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Spinnfischen auf Meerforelle - Was man braucht und wie man fischt
#1
Da Fisher meinte, er könne noch ein paar Berichte gebrauchen, habe ich mir mal ein paar Gedanken gemacht, und das hier geschrieben!
(Oke, insgesammt stecken in dem Beitrag 1 einhalb Wochen arbeit, sollte erst für meine Homepage sein)

Hier der Bericht:

Jeder, der schon einmal auf diesen Fisch geangelt hat, weiß wie schwer es sein kann, einen zu fangen.
Die Rede ist von der Meerforelle. Kein anderer Fisch, mit ausnahme dem Lachs, ist so themperamentvoll wie sie. Wer schoneinmal eine Kapitale Meerforelle an der Angel hatte, weiß wie stark sie sein können. Rasante Fluchten und wilde Sprünge sind nicht seltend.


Die Meerforelle
Die Meerforelle (lat. Salmo trutta trutta) gildet als eine der Stammformen der Forelle.
Ihre Merkmale sind der torpedoförmige, schlanke Körper und die Fettflosse.
Die Färbung kann ganz unterschiedlich, je nach Lebensort der Fische sein. Sie geht von grünlich und blau silber hin bis zu ganz leichten brauntönen.
Die Durchschnittliche Größe liegt bei 30cm bis 60cm und bis zu 3 Kilo; kapitale Fische sind weit über 80cm und sogar über 100cm groß und können über 10 Kilo wiegen.
Die Meerforelle lebt an der gesammten Meeresküste Europas, in der Nordsee und Ostsee ist sie auch bei uns zu treffen.

Meerforelle
[Bild: a9aa57d408brandungsangeln_zzz.jpg]

Laichen tut die Meerforelle in den späten Herbst, bis in den Anfang des Frühlings hinein. Laichende Fische haben ein prachtvolles Laichkleid, dass meißt rot, braun, schwarz oder manchmal sogar lila ist. Wer solch einen Fisch fängt, den bitte ich, ihn schonend zurückzusetzen, da die Meerforelle eine bedrohte Fischart ist.
Die Schonzeit fällt in Norddeutschland in die Monate vom 1. Oktober, bis zum 31. Dezember, diese gildet für Fische im Laichkleid. Blanke, und silberne Fische mit losen Schuppen dürfen entnommen werden. In Brandenburg, Bayern ect. herrscht meißt ein Fangverbot auf Meerforellen während der Laichzeit, damit die Fische möglichst geschohnt werden.


Alles was man braucht: Rute, Rolle, Schnur, Köder und Zubehör:
Für die Meerforelle gibt es Mitlerweile eine riesige vielfalt an Ruten und Ködern, auch gibt es unzählige andere Dinge, die man braucht:


Die Rute:
Eine Rute zum Meerforellenangeln sollte über eine semi-parabolische Aktion verfügen, jedoch eine steife Spitze verfügen, um feine Zupfer zu machen, und um feine Bisse zu spüren. Die Parabolik dient, um die rasanten Fluchten abzufedern, damit der Fisch des Lebens nicht verloren geht. Zudem sollte die Rute leichte, sprich aus Carbon sein.
Das maximale Gewicht sollte knapp 250gr sein, damit das Fischen nicht zu sehr in die Arme geht.

Die Länge der Rute sollte 270cm bis 310cm sein, und mit SIC Ringen versehen sein. Der Rutengriff sollte nicht allzukurz sein, da er sehr gut als Gegengewicht dient, um die Rute in Balance zu halten.
Das Wurfgewicht variiert zwischen 35gr. bis 60gr. je nachdem, welche Köder man nimmt.

Auf dem Markt gibt es eine riesige Anzahl an speziellen Meerforellenruten, ich empfele jedoch, dass man normale Spinnruten verwenden sollte, da diese oft günstiger sind, und Meerforellenruten bekommen oft noch Glasfaser eingemischt, wodurch sie schwerer werden, dafür aber robuster.

Der Preis ist auch unterschiedlich, man bekommt für unter 60€ viele Gute Ruten, aber auch schlechte Ruten, am besten, vor dem kauf immer in der Hand haben, wenn ihnen etwas nicht gefällt, legen sie die Rute zurück, eine Meerforelle verzeiht keinen Fehler!


Die Rolle:
Auf die Rolle fällt der größte Anspruch, höher als bei der Rute!
Die Rolle sollte eine sehr fein einstellbare Bremse haben, Frontbremse ist zu empfelen, leichtes Getriebe, eine hohe Übersetzung (5,2:1 bis 6,2:1), und eine perfekte Schnurverlegung haben, also Kreuzwicklung, durch Wormshaft, dadurch fallen einem die Würfe genauer und weiter.
Ein leichtläufiges Schnurlaufröllchen verhindert Drall in der Schnur, und lässt die Schnur bei Abzug besser ablaufen.
Die Fassung sollte bei ca. 100m 0,35mm liegen, es geht auch eine Fassung von 160m 0,25mm
Man sollte bei den Rollen auch nicht zu sehr sparen, für rund 60€ bis 150€ bekommt man eine gute Auswahl an geeigneten Rollen. (z.B. Red Arc)
Natürlich muss ja was auf die Rolle rauf, die Schnur:
Ich kann jedem, eigentlich sogar Anfängern geflochtene Schnüre empfelen. Mit der erkennt man jeden kleinen Zupfer, aber auch den Grund kann man richtig "spüren", zudem kann man weiter werfen, da die geflochtene Schnur weniger Wiederstand hat, als Monofiele Schnur.
Durchmesser von 0,12mm bis 0,16mm sin passend, und Tragkräfte von 6Kg bis 8Kg völlig genügend. Es sollten 200m auf der Rolle sein, da man durchaus viele Hänger haben kann und auch manchmal etwas mehr als 2m Schnur verloren geht.
Es ist zu empfelen ca. 50cm durchsichtige Mono bzw. Fluorcarbon vor die Geflochtene zu Knoten, damit der Köder unauffälliger wirkt.


Die Köder:
Es gibt mitlerweile eine riesige Auswahl an Meerforellenköder,am bakanntesten sind Meerforellenblinker und Küstenwobbler.
Die Meerforellenblinker haben meißt eine sehr schlanke Form, wodurch sie sehr weit fliegen und auch nicht allzuschnell an die Oberfläche kommen.

Meerforellenblinker, als kleine Übersicht:
[Bild: ec374f98a9lalala_zzz.jpg]

Küstenwobbler ähneln in der Form her einem kleinem Jerkbait, sind leicht bauchig und haben meißt Rasseln im Bauch

Küstenwobbler:

[Bild: df6ae17326spoeket_z.jpg]

Egal, ob man Küstenwobbler oder Meerforellenblinker nimmt, das Gewicht sollte zwischen 12gr und 30gr haben, je nach Strömung.
Man sollte aber alle Gewichte haben, um sich an jede Situation anpassen zu können.
Auch Farben sollte man mehr als nur eine haben, aber die wichtigsten Farben sind:
Rot+Schwarz, Schwarz, Silber/+Blau, Orange, Braun manchmal auch Lila.
So ein Küstenwobbler und Blinker kostet gut und gerne 5+€. Von günstigen Modelen ist abzuraten, da diese einfach schlecht laufen.


Zubehör:
Ganz wichtig ist eine Wathose, besonders gut sind welche aus Neopren, da diese gut Isolieren. Dafür sind diese etwas schwerer zu flicken falls da mal etwas kaput gehen sollte.
Gummiwathosen lassen sich zwar leicht zu flicken, dafür gehen sie aber auch schnell kaput und isolieren nicht so gut.
Man sollte aus Sicherheitsgründen nie tiefer als zur Hüfte ins Wasser gehen, wenn man bis z.B. zur Brust ins Wasser geht, besteht die Gefahr, bei einer großen Dünenwelle umgeschimssen zu werden, um letztendlich zu ertrinken.
Der Preis wird bei ca. 40€ bis 100€ liegen, je nach Marke, größe, Model....

Genausowichtig ist auch ein Unterfangkescher, eher gesagt, ein Watkescher.
Diese haben meißt einen kurzen Griff und sind aus Holz (mit ausnahme dem Netzt) gebaut, damit dieser an der Oberfläche bleibt.
Der Kescher sollte ein tiefes sinkendes Netz haben um die (toten!!!!) Fische gegebendenfalls kurz hältern zu können.
So ein Kescher kostet je nach größe und Model zwischen 20€ und 60€.



Weiteres Zubehör ist:
-ein scharfes Messer
-ein dicker Gummizug, um die Wathose und den Kescher zu fixieren
-ca. 70cm Seil, um evtl. (tote!) Fische zu befestigen

Das sind nun alles die Sachen, die man so benötigt, nun muss man nurnoch die Meerforellen finden!



Wo sollte ich es versuchen?
Gute Plätze um Meerforellen zu fangen, sind kleine Buchten, Flussmünsungen, flache Stellen im Wasser, Krautbänke und auch Sandbänke.
Man sollte übrigens beim Meerforellenangeln im Winter zur Windabgewandten Seite Fischen, sprich ablandig.
Da Meerforellen das seichte Wasser bevorzugen, weil sie sich nicht viel bewegen möchten.
Besonders wichtig jedoch ist, zur richtigen Jahreszeit am Meer zu sein. Wer im Sommer versucht eine Meerforelle zu fangen, wird nur Hornhechte aus dem Wasser ziehen, denn die Meerforelle mag das warme Badewasser nicht. Beste Fangzeit ist Oktober bis Dezember, und Februa bis Mai. Bzw. wenn die Wassertemperatur um die
5°C bis 7°C beträgt.

Meerforellen Hot Spot
[Bild: d34d489fa5meerforellenangeln_zzz.jpg]

Wenn man einen "Hot Spot" wie z.B. oben auf dem Bild gefunden hat, macht man zuerst 2 bis 5 Würfe vom Ufer aus. Denn nicht seltend stehen die Meerforellen in knietiefem Wasser, und man würde sie verscheuchen, wenn man ins Wasser geht. Man wirft den Köder aus, ca. 10m bis 20m, lässt wenn es geht fast nicht absinken, und ruckt den Köder schnell mit gesenkter Rutenspitze zu sich hin. So imitiert man sehr gut eine Garnele, oder einen kleinen Fisch, der durch das Wasser "hüpft".
Wenn man vom Ufer keinen Biss bekommt, geht man vorsichtig ins Wasser. Vorsichtig, zum einen, damit man keine Fische verscheucht, zum anderen, weil an sehr leicht auf Steinen ausrutschen kann, bzw. stolpern kann und es sind schon Angler in knietiefem Wasser ertrunken! Man geht also bis ca. zur Hüfte ins Wasser. Dann sollte man die Wasseroblerfläche beobachten. Ob an der Oberfläche eine Forelle steht, ob irgendwo große Steine sind, oder Strömungskanten, halt Stellen, wo sich die Meerforellen aufhalten könnten. Dann überwirft man die Stelle, zählt EINUNDSIEBZIG, ZWEIUNDSIEBZIG und DREIUNDSIEBZIG, damit der Köder absinken kann, und zieht den Köder mit gehobener Rutenspitze an sich an. Dannach einmal kurz Schnur einholen, und EINUNDSIEBZIG und ZWEIUNDSIEBZIG zählen, damit der Köder wieder absinkt. So fischt man die ganze Zeit weiter. Übrigens, sollte man nicht versuchen, den Blinker möglich weit ins ewige Meer zu schießen, sondern erst die Uferbereiche abfischen, bis man langsam das tiefe Wasser abfischt.
Und sollte doch einmal ein größerer Fisch drann sein, bitte Zeit lassen, und den Fisch so lange zu drillen bis er Müde ist. Denn nicht zu oft fängt die Meerforelle vor den Füßen noch einmal schnell an zu fliehen, bei einer zu stark eingestellten Bremse ist der Fisch schnell verloren.
Desshalb bevor man das Angeln beginnt, alles checken, Bremse nachstellen, Haken schärfen und andere Mängel beseitigen.
Wenn man dies alles einhält, steht dem Fisch nichts mehr im Wege!


Viel Spaß und Petri Heil!


Gruß, Jochen
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#2
heyy...

Ein wirklich sehr guter Bericht wie ich finde,Bravo

Lg JAn
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#3
Hallo Jochen,
toller Einstieg!

Man merkt, dass du mit dem Angeln aufgewachsen bist und aufwächst.

viel Petri Heil!

Gruß Andi
Miteinander diskutieren ist besser, als gegeneinander.
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#4
Sehr schöner Bericht und das schon beim dritten Beitrag...

Top!
catch the carp with...

[Bild: banner-cc.jpg]
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