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Die Saale in Halle
#1
Die Saale in Halle

In ihrem Mittellauf durchquert die Saale, knapp 100 km vor ihrer Mündung in die Elbe, das Stadtgebiet von Halle.
War sie noch zu DDR-Zeiten eines der am stärksten verschmutzten Gewässer der Region, so ist sie heute ein liebenswertes Fließgewässer mit guter bis mäßiger Wasserqualität und teilweise ausgedehnten Auenwäldern im Umland.
Die Saale ist im Schnitt 50 bis 100 Meter breit und meist 2 bis 5 Meter tief. Im Stadtgebiet von Halle wird die schwache bis mäßige Strömung durch 6 Wehranlagen reguliert. Diese stellen allesamt interessante Angelstellen dar, insbesonders in der warmen Jahreszeit. Doch auch an den Ein-und Ausläufen der Schleusenkanäle und Nebenarme, sowie auffälligen Außenkurven lohnt es sich die Angel auszuwerfen. Es sind auch zwei Häfen vorhanden, von denen jedoch nur der kleinere Sophienhafen teilweise beangelt werden darf.
Die Artenvielfalt der Saale ist erfreulich groß, selbst Forellen werden ganz vereinzelt gefangen, was ein Beweis für die verbesserte Wasserqualität ist.
Hauptfischarten sind jedoch andere.
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Da wäre beispielweise der Aal, welcher vorallem nach starken Regenfällen häufig gut läuft. Beste Chancen auf mehrere Aale an einem Abend hat man mit einer simplen Laufbleimontage und einem Tauwurm als Köder. Insbesonders an den Nebenarmen, die jedoch nicht überall beangelt werden dürfen, lassen sich vorallem zwischen Sonnenuntergang und Mitternacht, die im Schnitt 60 cm langen Schleicher erfolgreich an den Haken locken.
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Karpfen haben ebenfalls einen guten Bestand. Die gefangenen Fische liegen im Schnitt um die 70 cm. Auch kapitale Exemplare von über 30 Pfund werden gelegentlich gefangen. Besonders gut beißen die Moosrücken in den frühen Morgenstunden auf Frolic oder Boilies an einer Festbleimontage. Zumindest zu Angelbeginn sollte man aber auf jeden Fall anfüttern, noch günstiger ist es die Stelle zwei bis drei Mal vorzufüttern. Hat man dazu noch eine milde Schönwetterperiode, steht dem Erfolg nicht mehr viel im Wege.
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Als Beifang beim Karpfenangeln beißen auch oft zahlreiche große Brassen, die sich natürlich ebenso wie Güstern und Zährten gezielt mit der Feederrute fangen lassen. Ein grobes, helles Futter und Maden als Köder sind fast schon ein Garant für Massenfänge und kurzweiliges Angeln. Rotaugen sind allerdings selten geworden. Barben beißen auch nur vereinzelt.
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Döbel kommen extrem zahlreich und in stattlichen Größen vor. Als Allesfresser fängt man sie beim Feedern, beim Karpfenangeln, auf Köderfisch und auch beim Spinnfischen. Letztes ist die beste Methode um die kapitalen Exemplare gezielt zu fangen. Ein Dutzend Großdöbel von über 50 cm sind an guten Tagen möglich. Besonders gute Erfahrungen habe ich mit kleinen Rasselwobblern bis 8 cm Länge in der Farbe Firetiger gemacht, die relativ grundnah laufen. Besonders unterhalb der Wehren hat man damit in der warmen Jahreszeit fast schon eine Fanggarantie. Auch mit silbernen und gelben Spinnern bis Größe 4 lassen sich die Döbel fangen.
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Man sollte allerdings immer eine geflochtenene Schnur und ein Stahlvorfach benutzen, denn die Saalewelse haben -belegt durch zahlreiche Fänge- offenbar eine Vorliebe für kleine Kunstköder. Die meisten Fische über 1 Meter werden an der Saale tatsächlich auf kleine Wobbler und Spinner gefangen. Fische bis 1,80 m wurden bereits gelandet, dies ist aber vermutlich noch nicht das Ende der Fahnenstange. Mittlerweile ist der Welsbestand so gut, dass auch ein gezielter Ansitz mit Tauwurmbündel oder einem großen Köderfisch zum Erfolg führen kann.
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Ebenfalls deutlich zugenommen hat der Hechtbestand in der Saale. Hechte über 80 cm sind stets möglich, ein paar Meterfische werden auch jedes Jahr gefangen. An der Tagesordnung sind diese besseren Exemplare jedoch nicht, meist sind die gefangenen Entenschnäbel um die 60 cm lang. Im Herbst und Winter sind mittlerweile auch wieder Mehrfachfänge möglich. Wanderangeln mit Spinnrute hat sich zum Hechtfang in der kühlen Jahreszeit recht gut bewährt, es gibt aber auch so manche "Hechtburg", wo sich immer wieder neue Fische einstellen. Dabei beißt Meister Esox hauptsächlich auf 8 - 12 cm lange Gummifische in natürlichen Farbtönen, die Weißfischen ähneln. Im Sommer gehen weniger Hechte an den Haken, dabei beißen die Raubfische dann auch eher auf tieflaufende Wobbler unterhalb der Wehre oder auf Spinner und Blinker an freier Flussstrecke.
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Zander kommen in der Saale zwar nicht gerade massenhaft vor, dennoch lassen sich gelegentlich mehrere der im Schnitt 60 cm langem Stachelritter an einem Tag fangen, vereinzelt sind auch deutlich größere Exemplare drin. Gute Stellen sind Wehre, Schleusenausläufe und Brücken. Meist beißen die Kammschupper nur bei trübem Wetter tagsüber, ansonsten fast ausschließlich in der Abenddämmerung. Gute Erfolge sind mit 8 bis 12 cm langen Gummifischen in Grün- oder Perlmutttönen möglich. Doch gerade in der Dämmerungsphase sind auch Wobbler, die im Mittelwasser laufen, oft eine gute Wahl. Doch auch ein erholsamer Ansitz mit Köderfisch an einer Grundbleimontage kann zum Erfolg führen. Vorallem kleine Rotaugen und Ukeleis haben sich als Köderfische sehr gut bewährt.
Rapfen werden immer häufiger und beißen im Sommer an den Wehren auf Gummifische und Wobbler, die oberflächennah geführt werden.
Der Barschbestand geht hingegen mittlerweile leider fast gegen Null, gleiches gilt für die Quappe.

Veit Wilde
Petri Heil wünscht Veit!

Und immer dran denken:
Nicht jeder Fisch muss in die Pfanne!
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