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#1
Wink[attachment=170][attachment=171]Hallo Jünger! Heute will ich mir mal die Zeit nehmen und einen kleinen Rückblick auf die Entwicklung unserer Mulde innerhalb der letzten zwanzig Jahre zu vermitteln.Dieses Flüßchen stellte sich nicht immer so da,wies heute aussieht.Mitte der Achtziger Jahre war der Fluß eher einer Kloake als einem klarem Fließ gleichzusetzen.Bergbau und Chemiebetriebe sorgten dafür,daß sich durchs Muldental eine stinkende Brühe wand.Fische gabs zwar auch,die waren aber mittlerweile Resistent gegen die Verseuchung und stanken dementsprechend.Angler waren auch da,aber die Jungs nutzten das Gewässer eher selten,weil sich beim Posenangeln im Fluß ständig die Farbe von den Posen löste.Erschreckend was der Mensch aus seiner Umwelt machen kann!Wenn man dann erfährt das der Fluß selbst einmal zu einem guten Lachsgewässer Deutschlands gehörte,tut das schon weh.Historisch belegt wurde der letzte Lachs im Raum Grimma um 1927 gefangen und das war er dann auch.Ich hatte mich mit vielen Anglern der alten Garde unterhalten,diese bestätigten mir das noch um 1930 der Fluß über einen sagenhaften Aalbestand verfügte.Planwirtschaft und Ignoranz töteten dann auch den letzten Rest dieses Biotops,mit einer kranken Gesellschaft war das letztendlich kein Wunder.Mit der Wende begann dann endlich auch die Genesung für das Gewässer und das relativ zügig.So konnte schon fast fünf Jahre später ein sinken der Schwermetallbelastung bei den Fischen nachgewiesen werden.Nach und nach erschienen immer mehr Fische die wir vorher nicht gesehn hatten.Barbe,Schleie,Schmerle und hin und wieder die erste Forelle.Der längst vergessene Eisvogel wurde gesichtet und der Biber fing an sich anzusiedeln,Angst vorm Menschen hat der nich,wie man sieht.Nun ja,heute siebzehn Jahre später ist fast alles wieder da,daß Land Sachsen hat jetzt ein Lachsprojekt gestartet,um diesen stolzen und anmutigen Fisch hier anzusiedeln.Grimma baut eine begehbare Fischtreppe mit Sichtfenster um später den Lachsaufstieg hautnah miterleben zu können.Die Ansiedlung des Welses ging ein bischen nach hinten los,Sachsen wird im kommenden Jahr wahrscheinlich Schonmaß und Fangbegrenzung aufheben.Dieses Problem mit der hohen Popolation besteht aber auch in Elbe und Saale,Veit kann das bestimmt bestätigen.Also ihr seht ,es hat sich was getan.Ich wünsch erst mal Petri ,bis auf bald Uwe!
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#2
Hallo Uwe,
ist ist doch immer wieder schön zu lesen, dass der Mensch als Regulativ dann auch etwas gutes bewirken kann. Es geht meiner Meinung auch nur mit der Erkenntnis, dass gerade der Mensch etwas für den Erhalt der Natur tun muß und nicht umgekehrt. Aber leider geht auch immer ein unwiederbringlicher Teil verloren. Wieviele Fische sind schon ausgestorben, oder stark gefährdet. Aber.........
Wir haben einige auch ähnliche Projekte in NRW, sogenannte Wanderfischprogramme. Diese werden durch das Land NRW und die EU gefördert.
Also, es geht aufwärts. Wink So soll sich dieser Trend weiter positiv fortsetzen.


In diesem Sinne, Petri Heil

Gruß Robert
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#3
Hallo Uwe,

mir gefällt dein Rückblick, aber der Blick nach vorn ist darin auch deutlich zu erkennenWink
Ich persönlich kenne (oder kannte) auch Gewässer in denen die Schwäne je nach Giftstoffeintrag mal rotes, grünes oder blaues Gefieder hatten. So etwas habe nun glücklicherweise lange nicht mehr gesehen. Man sieht, dass der Mensch Verantwortung für seine Umwelt hat und dies mittlerweile halbwegs begriffen zu haben scheint. Ich wünsche dir schöne Angelmomente an der Mulde. Wie wäre es denn mal wieder mit einem ordentlichen WelsansitzWink?

Gruß
Wassermann
Gruß
Wassermann

Miteinander diskutieren ist besser, als gegeneinander.
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#4
Die Saale hat ja eine ganz ähnliche Entwicklung genommen. Zu DDR-Zeiten wurde der Fluss besonders durch Buna und Leuna extrem in Mitleidenschaft gezogen. Fische bestimmter Arten gabs zu dieser Zeit (was viele nicht glauben) zwar dennoch genug, aber man konnte natürlich nix essen.
Heute hat das Wasser Güteklasse 3, stellenweise sogar 2 und die Artenvielfalt hat sich deutlich erhöht.
Der Fluss ist nicht umsonst mein Haus-und Lieblingsgewässer zu gleich.
Mit den Welsen hast du recht. Der Bestand hat extrem zugenommen, wobei ich mittlerweile ein bisschen von meiner Meinung abrücke, den Wels als Schädling anzusehen. Es ist gut und richtig, dass sein Mindestmaß auch in Sachsen-Anhalt runtergesetzt wurde (auf 70 cm), aber dennoch muss ich sagen, dass auch der Hecht- und Zanderbestand in der Saale wieder merklich zunimmt (auch viel natürlicher Nachwuchs der nicht aus Besatz stammt), was mir auch andere Angler bestätigen. Weißfisch, Karpfen und Aal sind ohnehin einigermaßen gut vertreten. Also warum nicht den Wels als Glied in der Artenkette akzeptieren, so groß scheint der Schaden doch nicht zu sein, den er anrichtet.
Petri Heil wünscht Veit!

Und immer dran denken:
Nicht jeder Fisch muss in die Pfanne!
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#5
Hallo Männer,ich will ja nicht in Abrede stellen das es nicht toll ist Welse zu fangen.Sicher hat Veit hier auch mit seiner Meinung irgendwie Recht.Es kommt mitunter auch immer darauf an wie Besatzmaßnahmen durchgeführt werden.Fakt ist auf jeden Fall soviel,beim Ansitz in Mulde und Elbe wurden allein in einer Nacht,durch einen Angler,bis zu zwanzig Welse im Durchschnitt um die zehn Zentimeter gefangen.Vieleicht täusche ich mich und eine Stabilisierung ergibt sich von selbst,so das sich ein Gleichgewicht selbst erstellt?Ich denke aber das dort ,wo eine Überpopolation auftritt ,ein radikaler Eingriff unbedingt nötig ist.Das Schlimme bei uns ist ja noch,viele Angler setzen die kleinen Welse in stehende Gewässer um,in der Hoffnung dort mal einen Riesen anzutreffen.Habt Ihr eigentlich gewusst das mitte der Neunziger Jahre allein in der Elbe,zwischen Torgau und Wittenberg dreizigtausend Welse zwischen acht und zwölf Pfund gesetzt wurden?Also,auf zur Jagd im eigenen Land,den Ebro können wir uns bald sparen!Viele Grüße und Petri an Alle Uwe!Wink
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#6
Hi,

ich habe da mal eine Zwischenfrage: Wie sieht es denn bei Welsen mit der Wahrscheinlichkeit aus, dass der eingesetzte Jungfisch auch mal ein ausgewachsener, stattlicher Fisch wird? Vielleicht kennt sich ja jemand aus. Ich denke, dass man einen gewissen Schwund durch Sterblichkeit und Feindfraß beim Besatz mit einrechnet, oder?

Gruß
Wassermann
Gruß
Wassermann

Miteinander diskutieren ist besser, als gegeneinander.
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#7
Hallo Wassermann,es wird bei Besatzmaßnahmen immer ein natürlicher Schwund eingeplant.In der Elbe ist man damals von bis gegangen,daß heist,der Bestand kann sich schon im ersten Jahr um Einiges dezimieren.Gut zu sehen war aber auch hier,das die Welse optimale Entwicklungsmöglichkeiten hatten.Das Selbe ist in der Mulde passiert und das Aufkommen explodiert.Dabei kann es passieren,das unsere Bartelträger schnell die Oberhand übernehmen.Aus dem Grund wird in vielen Gewässern das Mindestmaß und eine Fangbegrenzung aufgehoben.Wer Lust hat das mal Life zu erleben,den lade ich doch gern mal zur Wurmschlacht ein.Viele Grüße Uwe!Wink
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#8
Hallo,
mittlerweile ist es so, dass der Wels wieder gut im Bestand ist, zumindest ( oder auch ) am Niederrhrein. Also ist die Population nicht mehr gefährdet, sodass der Wels im allgemeinen wohl nicht mehr als potenziell gefährdet eingestuft werden muß. In vielen Fliessgewässern hat er schon so überhand genommen, so dass das Schonmaß aufgehoben wurde.
Zur Erklärung sei vielleicht noch gesagt, dass bei einer gesunden Population etwa 30.000 Eier pro Kilo Körpergewicht befruchtet werden. Da ist es möglich, bei genügend Nahrungsangebot, dass die Brut am Ende des Sommers ca. 20 cm lang und 300g schwer ist. Oft ist es aber so, dass die Rückzuggebiete zum Laichen fehlen. ( zum Beispiel bei Flußbegradigungen, kein Zugang mehr zu Altarmen etc. )
Dann kann es zu einer mindergroßen Population kommen. Aber auch durch wegfrass kann sich die Population möglicherweise von selbst regulieren. Ich denke es kommt hier auf die "gesunde" Verteilung des Räuberbestandes an. Ich hab zumindest keine genauen Informationen bezüglich eines natürlichen Ausgleiches. Ich hab da nur Zugriff auf die mir zur Verfügung stehende Literatur, in meinem eigentlich recht gut sortierten Bücherregal, oder eben in den unendlichen Weiten des Internets.

Aber es ist wahrscheinlich, dass viele Welse heute wieder recht stattlich werden.



In diesem Sinne , Petri Heil

und Gruß Net(t)routier
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