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Was haltet ihr vom Gaff/Gaffen?
#31
Hallo,

wie wir Gesetze interpretieren steht ja gar nicht zur Debatte, sondern die Einhaltung von Rechtsvorschriften und Verordnungen. Man könnte wer weiss wie lange über Produktivität und Kontraproduktivität solcher Diskussionen streiten die ganze Diskussion nützt uns eh gar nichts, hier stehen eigene Vorstellungen und eine Lobby von Anglern mit bestimmten, eigenen Vorstellungen im Vordergrund, die ganz einfach Gesetze mißachten. Das ist Fakt!!! Beschränkt man sich auf die Gesetze und ihre Handhabung
( die wir zu befolgen haben, sonst machte sie keinen Sinn ) haben wir ganz klare Richtlinien denen wir zu folgen haben.

Würde es einem von uns einfallen, ständig stinkbesoffen Auto zu fahren....??? nein, um Gottes Willen, wie verantwortungslos.........!!!

Lass es auf eine Gerichtsverhandlung ankommen und du wirst sehen, dass der Richter ganz klare Vorstellung von der Einhaltung der ( Fischerei- und Tierschutz ) Gesetze hat, egal wie manche Angler sie empfinden, interpretieren, oder relativieren wollen.

Ich will nur ein Beispiel nennen. Ich Emmerich am Rhein ist unlängst ein Angler zu einer empfindlichen Geldstrafe ( 1600.- Euro ) verurteilt worden.

Er war der Meinung, er könne mit lebendem Köderfisch angeln, hat diese auch vehement vor den Ordnungsbehörden vertreten. Die Folge war, nachdem die Wasserschutztpolizei und der Naturschutzbund ihre Beobachtungen beendet hatten, ein Strafantrag wegen Tierquälerei. Später dann, die damit verbundene rechtskräftige Verurteilung.

Da gibt es nichts zu deuteln und zu interpretieren.

Ich kann mich nur wundern, dass es Menschen gibt, die Mitverantwortung tragen wollen, sich öffentlichen Foren zu Verstößen gegen geltendes Recht bekennen. Das läßt an Solidität und Glaubwürdigkeit zweifeln.

In diesem Sinne, Petri Heil


Gruß Netroutier
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#32
Naja, so ganz kann ich mich deiner Meinung nicht anschließen
Die Rechtssprechung ist ja nun einmal die Interpretation des Rechts.

Es gibt eben nicht immer so eindeutige Rechtslagen, wie die bei deinem Beispiel. Der lebende Köderfisch ist verboten, da bietet weder das Tierschutzgesetz noch irgendein Fischereigesetz Spielraum.

Ich persönlich würde es in keinem Fall auf eine Verurteilung ankommen lassen. Aus diesem Grunde schreibe ich hier meine Meinung. Denn wie ich über die Dinge denke, ist in dieser Sache strafrechtlich nicht relevant - evtl. nur das was ich tun könnte.

Hier nun noch ein sachlicher Beitrag in Form von Links. Der erste Link führt zu einer Bachelorarbeit über das Thema Catch&Release. Diese wissenschaftliche Arbeit aus dem Jahr 2006 betrachtet hauptsächlich die Auswirkungen eines Zurücksetzens gefangenen Fisches. Abschließend werden verschiedene Empfehlungen für die Praxis vorgestellt/vorgeschlagen.

Der zweite Link zeigt den recht kurz gehaltenen Standpunkt des Deutschen Anglerverbandes zum Thema Catch&Release auf.
Einen eindeutigen Standpunkt des VDSF konnte ich auf die Schnelle leider nicht finden.

Hier nun die Links:

Bachelor-Arbeit D.Kühn (PDF)

Zurücksetzen Standpunkt DAV-Präsidium

Gruß
Wassermann
Gruß
Wassermann

Miteinander diskutieren ist besser, als gegeneinander.
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#33
Hallöle,

im ersten Link geht es aussschliesslich um die Hakmortalität, unter dem Gesichtspunkt des Tierschutzes ist das Thema nicht behandelt also für mich nicht relevant bzw. nicht representativ. Beinhaltet keine klare Aussage über den Umgang mit catch u. release.

Über die Argumentation im zweiten Link ( ich will mich an dieser Stelle nicht wiederholen )hatte ich mich eben im einem der vorausgegangenen Artikel schon geäussert. Und genau diese plumpe, dumme Aussage wird im Tierschutzgesetz klar wiederlegt.

In diesem Sinne, Petri Heil

Gruß Netroutier
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#34
Hallo Netroutier,

ich hatte die beiden Links nur als zusätzliche Quelle und nicht zur Unterstützung meiner persönlichen Meinung reingesetzt.
Zumindest die erste Quelle sollte man nicht einfach so ignorieren, denn es geht darin - und da widerspreche ich dir - auch um Aspekte des Tierschutzes. Es ist eben eine wissenschaftliche Arbeit über die Auswirkungen von Catch&Release. Die Studie ist auch nicht ganz einseitig, sondern behandelt das Thema recht neutral vom wissenschaftlichen Standpunkt her.

Nun ein paar Zeilen mit persönlicher NoteWink:
Den Stress des Drillens und Fangens kann man einem Fisch, wenn er erst mal angebissen hat, nicht ersparen (höchstens den Drill recht kurz halten und unnötigen bzw. übermäßigen Stress vermeiden). Die Thematik sollte man auch mal von einer anderen Seite betrachten: Verursacht das Zurücksetzen zusätzliches Leid? Schützt man den Fisch also, indem man ihn tötet? Ich will mich jetzt nicht als Verfechter des reinen Catch&Release darstellen (<- bin dagegen!), sondern nur mal zum Nachdenken anregen, ob es nicht auch ein paar Gründe für ein Zurücksetzen im Einzelfall gibt (eben auch aus Tierschutzsicht). Die Thematik erscheint mir nämlich ziemlich festgefahren und bestimmt macht es jeder so, wie er denkt, auch wenn er nicht darüber spricht. Ob das nun besser ist? Tierschutz ist aus meiner Sicht ein bisschen mehr als nur zu sagen dass jeder gefangene, nicht geschonte Fisch zu töten ist.

Gruß
Wassermann
Gruß
Wassermann

Miteinander diskutieren ist besser, als gegeneinander.
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#35
Wassermann schrieb:Tierschutz ist aus meiner Sicht ein bisschen mehr als nur zu sagen dass jeder gefangene, nicht geschonte Fisch zu töten ist.
Genauso ist es! Und es gibt genug Fälle, wo man selbst als Kochtopfangler mal drüber nachdenken sollte ob es, denn wirklich sinnvoll ist einen Fisch mitzunehmen.
Z.Bsp. laichreifer Hecht/Zander wenige Tage vor Schonzeitbeginn gefangen, spindeldürre gerade so maßige Fische, für das Gewässer extrem kapitale Fische usw.
Als Angler sehe ich mich auch als NaturschützerTierschützer und in solchen wie den oben genannten Fällen ist C&R mit sicherheit oft die bessere Entscheidung!
Oder wollen wir uns lieber knallhart an ein Gesetz halten, was man meiner Meinung nach schon von Fall zu Fall auslegen kann und dafür dann in einigen Jahren nur noch an Gewässern fischen, deren Bestände durch Besatzmaßnahmen gerade so erhalten werden können.
Ich bin selbst überzeugter Masse-statt-Klasse-Angler, also kein Großfischjäger. Ab und zu will ich aber auch gerne mal einen außergewöhnlichen Fisch fangen...
Petri Heil wünscht Veit!

Und immer dran denken:
Nicht jeder Fisch muss in die Pfanne!
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#36
Eigentlich wollte ich ja gar nichts zu diesem Thema C&R sagen, aber naja...es juckt doch!

Zitat:Ich hatte einmal vor kurzer Zeit ein gutes Gespräch mit einem Staatsanwalt, der mir versicherte,

Zitat: "Wer einen maßigen, nicht geschonten Fisch zurücksetzt, verstößt gegen das Tierschutzgesetz."

Wenn der Staatsanwaltschaft dieses bekannt wird, leitet sie ein Verfahren ein.

Bullshit...würde ein unhöflicher Mensch sagen Winknudge
Erstens enscheidet nicht ein wichtigtuerischer Staatsanwalt ob und wann jemand gegen ein Gesetz verstößt, sondern der Richter per Urteil!
Zweitens ist solch ein angeblicher Verstoß gegen das Tierschutzgesetz eine Ordnungwidrigkeit und somit kein Offizialdelikt, wird also nicht automatisch von der Staatsanwaltschaft verfolgt und die werden den Teufel tun ohne Anzeige etwas zu unternehmen!
Die Staatsanwaltschaften sind hoffnungslos überlastet und binden sich nicht noch so einen Kram ans Bein.

Zitat:Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.


Heißt also: Wer catcht, darf nicht releasen, denn wer releast, durfte nicht catchen....

Im Prinzip richtig, nur wird davon ausgegangen, daß eine sinnvolle Verwertung (Verzehr) des gefangenen Fisches ein vernünftiger Grund ist!
Schauen wir uns mal diesen vernünftigen Grund "Verwertung" an....
Vorneweg entscheide ich als Angler ob ich einen Fisch vernünftig verwerten kann oder nicht!
Einen Karpfen von 30+ Pfund kann man nicht mehr vernünftig verwerten, genausowenig ein 15cm Rotauge oder Lauben.
Zeig mir mal, wie du einen 50cm Rapfen verwerten willst...ein Nadelkissen ist ein Scheiß dagegen!
Kein Staatsanwalt wird sich wegen solch zweifelhaften Fällen auch nur einen Millimeter bewegen...
Wie gesagt, nirgendwo steht ausdrücklich, daß solche Fische nicht zurück gesetzt werden dürfen, es wird nur immer interpretiert.
Klar gabe es schon Verurteilungen wegen Zurücksetzens von Fischen, aber diese wurden in Verbindung mit Wettfischen und dem zurükkippen von vollen Setzkeschern nach dem Wiegen/Zählen ausgesprochen....nicht ganz zu Unrecht wie ich finde.

Dein ach so toll angeführter Fall mit dem Trottel, der mit lebendem Köfi geangelt hat, fällt hier wohl nicht in diesen Rahmen, weil er explizit gegen geltendes und eindeutig geschriebenes Recht verstoßen hat.
Solchen Leuten gehört es nicht anders....

Grade in unseren eigenen Reihen der Angler sollten wir uns doch nicht noch gegenseitig kriminalisieren wollen, quasi unser eigenes Nest beschmutzen.
Es wird schon genug von außen gegen uns geschossen und irgendwann fangen wir unsere Fische nur noch in Spielhallen oder virtuellen Casting-Ranges.
Wenn du meinst jedem Fisch das Licht ausknipsen zu müssen...OK! Mach so wie du es für dich als richtig empfindest, aber spiele dich hier nicht als Tieranwalt auf...sonst müsstest du als Konsequenz die Angel komplett aus der Hand legen, da du nie ausschließen kannst einen "falschen" Fisch zu fangen.
Außerdem...hast du nicht auch schon zu kleine Fische ohne Schonmaß/-zeit zurück gesetzt? Hast du dich dann selbst angezeigt oder bist reuemütig zur Beichte gegangen?

Ich als Angler entscheide selbst, ob ich den grade gefangenen Fisch sinnvoll verwerten kann und falls ich das meiner Meinung nach nicht kann, geht der Kumpel halt wieder schwimmen!
Nur weil die Klugen immer nachgeben, regieren die Dummen die Welt.
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#37
Hallo Leute,

einen Aufruf zum Zurücksetzen darf trotz dieser Diskussion nicht leichtfertig ausgesprochen werden. Eine Diskussion über das Thema ist aber durchaus in Ordnung. Mit "darüber Nachdenken" meine ich auch, dass man Gesetze und Regelungen in Frage stellen darf. Gesetze und Regelungen lassen sich auch ändern: Einfach mal bei den Volksvertretern "anklingeln"Wink Viele Angler sind organisiert, in Vereinen und Verbänden. Teilweise sind diese Vereine oder Verbände selbst offiziell anerkannte Naturschutzvereine/-verbände. Angler schätzen aus meiner Sicht ihre Position im demokratischen Gefüge oft viel zu schwach ein.

Es gibt also auch den gesetzlich einwandfreien und unbedenklichen Weg. Es ist auch schon einiges geschehen, das man vor einige Zeit kaum glauben konnte. Ich erinnere nur mal an mehr "anglerische Freizügigkeit" in Mecklenburg-Vorpommern, in Brandenburg und auch in Hamburg (Stichpunkt Kinderangeln). Ich weiß, dass diese Themen auch unter Angler heiß diskutiert werden und die Initiative in einigen Beispielen auch vom Gesetzgeber kam.

Diskussionen werden geführt, was wäre die Welt ohne Meinungsaustausch?

Petri Heil!
Wassermann

P.S.: Das war ein persönlicher Standpunkt, der auf niemanden direkt bezogen istWink
Gruß
Wassermann

Miteinander diskutieren ist besser, als gegeneinander.
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#38
[quote=rstfeeling]
Eigentlich wollte ich ja gar nichts zu diesem Thema C&R sagen, aber naja...es juckt doch!

[quote]Ich hatte einmal vor kurzer Zeit ein gutes Gespräch mit einem Staatsanwalt, der mir versicherte,

Zitat: "Wer einen maßigen, nicht geschonten Fisch zurücksetzt, verstößt gegen das Tierschutzgesetz."

Wenn der Staatsanwaltschaft dieses bekannt wird, leitet sie ein Verfahren ein.
[/quote]

Bullshit...würde ein unhöflicher Mensch sagen Winknudge
Erstens enscheidet nicht ein wichtigtuerischer Staatsanwalt ob und wann jemand gegen ein Gesetz verstößt, sondern der Richter per Urteil!
Zweitens ist solch ein angeblicher Verstoß gegen das Tierschutzgesetz eine Ordnungwidrigkeit und somit kein Offizialdelikt, wird also nicht automatisch von der Staatsanwaltschaft verfolgt und die werden den Teufel tun ohne Anzeige etwas zu unternehmen!
Die Staatsanwaltschaften sind hoffnungslos überlastet und binden sich nicht noch so einen Kram ans Bein.

Oha,

wie kommst du auf das schmale Brett, dass Tierquälerei eine Ordnungswidrigkeit ist???


Ich glaube, es gilt hier zunächst zwei Rechtsbegriffe zu erklären
Offizialdelikt und Antragsdelikt.


Zunächts....Das gibt es auch noch, ein Antragsdelikt!!!

danach fängt Strafverfolgung schon mit dem §163 der StrafProzessordnung an. Dem Verfolgungszwang der Polizeibehörde, schon bei Bekanntwerden einer Straftat.

Ich möchte deine Rechtskenntnis vielleicht ein wenig erweitern. Der Staatsanwalt verfährt nach dem Opportunitätsprinzip...
...soll heißen, dieser wichtigtuerische Staatsbeamte weiß, dass einer gegen ein Gesetz verstossen hat, wenn er Kenntnis davon bekommt. Und dann prüft er vorher ganz genau, ob er Erfolg mit seinem Anliegen beim Richter hat, oder nicht... und das auch unter Einbeziehen von Präzidenzfällen und vorangegangener Rechtsprechung, und es muß nicht immer nur ein öffentliches Interesse ( Offizialdelikt ) vorhanden sein, um eine Straftat zu verfolgen. In diesem anderen Fall spricht man vom Antragsdelikt und dass wird eben auf Antrag ( der Antrag erfolgt bei der Polizei, oder bei der Staatsanwaltschaft direkt ) verfolgt.

Ich denke hiermit sei Dir auch der Unterschied zwischen einem Offizial-und einem Antragsdelikt ( wird nur auf Antrag verfolgt ) erklärt.

Wobei nicht ganz unerklärt bleiben muß, dass es dann auch noch die Definition "Strafbarkeit des Versuches" gibt. Wobei schon der Versuch einer Straftat unter Strafe gestellt wird. Aber das ginge hier zu weit.

Und selbst bei Überlastung ( Wer glaubt, dass Straftaten hierzulande nur Unzulänglich verfolgt werden, der glaubt auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten ) der staatlichen Zuständigkeiten, ist immer damit zu rechnen, dass der Rechtsstaat doch funktioniert.

Hier ist , meine ich, und dieses nur als persönliche Einschätzung, wohl der Wunsch, der Vater des Gedanken.

Ich bin der Meinung, Du vertritts opportun Deinen Standpunkt.

Während Du auf der einen Seite den verurteilten Angler einen Trottel nennst, der ja auch und gerade gegen geltendes Gesetz verstossen hat, möchtest Du hier und gleich verkünden "nur" gegen ein anderes Gesetz zu verstossen, nur weil es Tierschutzgesetz heißt und Du es nicht akzeptieren willst???

Es ist nicht mein Anliegen, andere Angler zu misskreditieren, zu massregeln, oder gar zu beleidigen.... Jeder ist erwachsen genug und entscheidet für sich, wie gesetzeskonform er sich verhält.

Na ja, mein Gedanke hängt aber immer an der Diskussion und nicht im Konflikt, mit welchem Angelfreund auch immer. Ich finde, es ist für eine Meinungs- ( Lösungs- ) findung sehr wichtig, gerade in solchen Foren, auch einmal hitzig über solche Ding zu debattieren. Vielleicht kommt man über das Reden zu einem stimmigen Lösungsansatz.
Ich bin mit vielen Anglern einer Meinung, dass einiges, oder vielleicht auch vieles Veränderungsbedürftig ist. Manches Altbewährte muß auch nicht immer seinen Fortbestand haben, denn schließlich kauf ich mir ja auch ab und an eine tolle Rute zum fischen, auch wenn es mein alter "Knüppel" es ja auch noch tut. ( Und das meine ich nicht sexuell Winknudge )

Als viel Schlimmer könnte man erachten, ( und dieses könnten sich auch wieder die -auch selbsternannten-Tierschützer zu nutze machen ) wie unterschiedliche Rechtsauffassungen in vielen Angelforen kundgetan und nach eigenen Anglerangaben auch praktiziert werden.
Ich weiß zum Beispiel von Umweltorganisationen und Tierschutzvereinigungen, die einen, vielleicht sogar geplanten ??? Feldzug gegen Angler angetreten haben.
Und da ist es fast so, als wenn man Wasser in heißes Öl schüttet, weil man solchen Umweltsheriffs diese oder jene Plattform bietet.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass auch die Wasserschutzbehörden Tier-und Umweltsündern auf den Pelz rücken. Und das tun sie bei uns auch in Räuberzivil, übrigens mittlerweile mit großem Erfolg. Und als Fischereiaufseher in unserem Verein weiß ich das zu bestätigen.

Wir werden daran gemessen ( und manchmal auch verurteilt ) wie wir uns als Angler am Wasser verhalten. Und nicht nach dem, was wir glauben, was vertretbar bzw. nicht vertretbar und moralisch, oder gesetzlich bedenklich oder unbedenklich ist.

In diesem Sinne, Petri Heil

Gruß Netroutier
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#39
[/quote]

Hallo,
ich habe beide Artikel sehr interessiert gelesen, ganz sicher einerseits, ein wichtiger und wissentschaftlich fundierter Beitrag zu diesem Thema. Der andere, zu dem möchte ich mich nicht äussern.
Ich stelle mich kritisch jedem Thema, nicht nur wenn es um´s Angeln geht.

Ich lerne kritisch und auch genauso selbstkritisch etwas über mein großes Lieblingsthema...das Angeln.

Was nur oftmals nicht vorhanden ist, ist der Vorschlag, ein Kompromiss, eine angebotene Alternative, oder gar die Lösung eines Problems. Um´s klar zu formulieren, die Löungsorientierung fehlt und da könnte man ja mal ansetzen. Welche Lösungen kann man gemeinsam erarbeiten.

Die Lobby der Angler ist sehr groß, nur sie unterstützt sich nicht gegenseitig. Ein Pool voller eigennütziger Eitelkeiten steuert diesen Mechanismus der da.... na, wie auch immer heißt.

Lösungsorientiertes Denken kann auch Schulterschluß heißen und auch mal gemeinsam gegen Unsinnige Gesetze gegenanarbeiten.

In diesem Sinne, Petri Heil


Gruß Netroutier
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#40
Zitat:Oha,

wie kommst du auf das schmale Brett, dass Tierquälerei eine Ordnungswidrigkeit ist???

Weil es so im Absatz 12 §18 Tierschutzgesetz steht?
Nachzulesen hier: Tierschutzgesetz

Was du meinst ist §17 Abs.2 und dieser trifft auf das C&R (unmittelbares Zurücksetzen nach dem Fang) in keinster Weise zu, weil die verursachten Qualen durch Rohheit bzw. Sadismus/Lust am Quälen verursacht werden müssen.


Somit wäre (Konjunktiv!) dieses C&R allerhöchstens eine Ordnungswidrigkeit und somit kein Offizialdelikt.
Es bestünde also auch von Seiten der Polizei kein Strafverfolgungszwang.
Übrigens war mir der Unterschied zwischen Offizial- und Antragsdelikt bestens bekannt.

Zitat:Während Du auf der einen Seite den verurteilten Angler einen Trottel nennst, der ja auch und gerade gegen geltendes Gesetz verstossen hat, möchtest Du hier und gleich verkünden "nur" gegen ein anderes Gesetz zu verstossen, nur weil es Tierschutzgesetz heißt und Du es nicht akzeptieren willst???

Es ist noch kein Angler wegen unmittelbarem Zurücksetzen eines gefangenen Fisches verurteilt worden, obwohl es schon eine Anzahl von Anzeigen gegeben hat!
Die Verurteilung eines Karpfenangler 2001 durch das Amtsgericht Bad Oyenhausen zu 10 Tagessätzen erfolgte mit der Begründung, daß dieser Angler nach der Feststellung, daß er einen 44 Pfund schweren Karpfen nicht verwerten kann, diesen nicht unmittelbar nach dem Fang releaste, sondern ihn noch fotografierte und ihn so "länger als nötig" an Land behielt!
Hier wurde also NICHT die Tatsache des C&R bestraft, sondern die unnötige Verlängerung des Aufenthaltes außerhalb des Wassers, was als Leiden für den Fisch ausgelegt wurde, was allerdings als nicht bewiesen anzusehen ist!
Zitat aus der Urteilsbegründung:
Zitat:Dem Angeklagten gelang es, einen großen Karpfen zu angeln, er zog ihn mit der Angelschnur im Rahmen eines so genannten Drillvorgangs an Land, er stellte infolge der Größe sofort fest, daß dieser Karpfen nicht mehr zum Verzehr geeignet war, dennoch löste der Angeklagte nicht sofort den Angelhaken aus dem Maul des Fisches, um den Fisch anschließend sofort wieder in die Weser zurückzusetzen, vielmehr legte er ihn nach Lösung des Hakens aus dem Maul auf eine Waage, dabei stellte er fest, daß der Karpfen rund 44 Pfund schwer war. Sodann postierte sich der Angeklagte mit dem Karpfen vor einer selbst aufgestelltenKamera und fotografierte sich mit dem Karpfen in der Hand mit Hilfe eines Selbstauslösers. Dieser Vorgang dauerte nach Angaben des Angeklagten höchstens 5 Minuten. Anschließend setzte der Angeklagte den Karpfen in die Weser zurück.“

Nach dieser Urteilsbegründung ist im Umkehrschluss das unmittelbare Zurücksetzen eines gefangenen Fischen nach subjektiver(!) Feststellung der Nichtverwertbarkeit nicht strafbewehrt!

Wer will kann sich folgende Abhandlung durchlesen:
C&R-Urteil

Es wird da auch noch explizit auf den Nichtbeweis der Schmerzempfindung von Fischen hingewiesen.

Anfang diesen Jahres wurde ein Angler durch PETA angezeigt, weil dieser in einem Forum öffentlich geschrieben hat, daß er C&R praktiziert.
Die Klage wurde jedoch nach Vorprüfung abgewiesen.
Ich werde also weiterhin Fische, die ich meiner Meinung nach nicht verwerten kann, zurücksetzen.
Fotos von lebenden Fischen kamen für mich sowieso nie in Frage.[/quote]
Nur weil die Klugen immer nachgeben, regieren die Dummen die Welt.
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