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Zanderfahndung – Die Suche nach dem Zander
#1
Jedem Zanderangler wird dieser Artikel neue Erkenntnisse bescheren. Der Autor geht hierbei auf die wichtigsten Gegebenheiten
des Zanderangelns ein. Seine Erfahrung und sein Können werden von zahlreichen Bildern unterstützt.


Der Wandel vieler deutscher Flüsse, vom naturnahen Ökosystem zur industriellen Wasserstraße, hat vielen Fischarten geschadet, einige andere kommen mit den veränderten Bedingungen hingegen gut klar. Einer davon ist der Zander. Zusätzlicher Besatz hat dafür gesorgt, dass sich die Stachelritter vielerorts gegen den Hecht durchgesetzt haben.
Vor allem in sehr trüben Flüssen, stehen die Chancen für die erfolgreiche Zanderjagd daher sehr gut. Doch auch an klareren Gewässerabschnitten lassen sich die Glasaugen gut fangen, jedoch sollte man seine anglerische Aktivität dort eher in die Dämmerungs- und Nachtstunden verlagern und auf natürliche Köderfarben setzen.
Fluss ist aber nicht gleich Fluss. Während an großen Strömen wie Elbe, Rhein, Weser und Oder größtenteils Buhnen die Flussufer säumen, welche allen Arten vom Fischen einen günstigen Lebensraum bieten, besitzen kleinere und mittelgroße Flüsse - wie beispielsweise mein Hausgewässer Saale - oft über viele Kilometer strukturlose, möglicherweise sogar begradigte, Uferzonen, an denen sich der Zanderfang mitunter recht schwierig darstellt.

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Doch genau diese Tatsache macht es dem Zanderangler sogar recht einfach, an derartigen Gewässern, denen ich mich hier zuerst widmen möchte, die Hot Spots zu finden. Zunächst einmal sind alle Stellen, an denen die Eintönigkeit gebrochen wird, potenziell interessant. Dies sind insbesondere Wehre, Schleusen, Häfen, Einmündungen von Nebengewässern, Brücken, Bootsanleger oder markante Flussaußenkurven und Buchten. Doch nicht jede dieser Stellen ist übers ganze Jahr gleichermaßen vielversprechend zu beangeln. Es kann sogar vorkommen, dass sich ein augenscheinlich interessanter Platz, bei genauer Betrachtung, als Flop erweist. Wehre sind fast in allen Fällen zumindest zeitweise gute Zanderhotspots. Besonders im Sommer lockt das sauerstoffreiche Wasser am Wehr die Zander und viele andere Fischarten reichlich an. Während Hechte eher im Uferbereich des Wehrbeckens stehen, zieht es die Zander insbesondere bei sonnigem Wetter meist in den Wehrschuss, an den man dementsprechend auch so nah wie möglich heran werfen sollte. Dort muss man mit Gummifischen am entsprechend schweren Jigkopf angeln. Der Köder sollte nach dem Auswurf schnell zum Grund absinken und bei der weiteren Köderführung auch regelmäßigen Kontakt damit haben. Eine rund geflochtene Schnur, in Verbindung mit einer relativ harten Rute in mindestens 2,70 m Länge ist hierbei ideal, da man ansonsten im stark strömenden Wehrwasser keinen vernünftigen Köderkontakt hat.

[Bild: 070307184212VeitZandergeraet.jpg]

Häufig kommen Zanderbisse unmittelbar nach dem Auswurf, wenn der Köder direkt am sprudelnden Wehrschuss aufgekommen ist, darum gilt es sofort die Schnur zu straffen, wenn der Gummifisch an der Wasseroberfläche aufgekommen ist. In Sommernächten verlassen die Zander ihren Standplatz am Wehrschuss häufig und ziehen aktiv im Wehrbecken umher. Nun kann man auch in Ufernähe und etwas weiter flussabwärts mit Bissen rechnen. Neben dem Gummifisch bieten sich hierbei auch Wobbler, die im Mittelwasser oder an der Oberfläche laufen, als Köder an. Besonders gute Erfahrungen habe ich mit schlanken Modellen in der Farbe schwarz gemacht.

[Bild: 1305061122411351.jpg]

Da im Sommer auch häufig gute Welse an Wehren beißen, sollte das Gerät nie zu fein gewählt werden. Auch im Spätherbst und Winter lassen sich an bestimmten Wehren Zander fangen. Dies ist jedoch nur der Fall, wenn es im Wehrbecken auch ruhigere Zonen gibt, wo sich Futterfisch aufhält. An Wehren mit besonders starker Strömung und ohne strömungsberuhigte Bereiche ist in der kalten Jahreszeit hingegen meist nichts zu holen.
Neben dem Wehr verläuft im Normalfall ein Schleusenkanal für Boote und Schiffe. Auch hier darf man auf Zander hoffen, allerdings werden diese Stellen teilweise auch überschätzt. Häufig weisen die Schleusenkanäle einen schlammigen Grund auf, was den Zandern gar nicht zusagt. Nur bei Hochwasser oder direkt nach der Schonzeit lohnt es sich in solchen Bereiche zu angeln, da die Zander sie als Rückzugs- beziehungsweise Laichgebiet nutzen. Als Köder eignen sich hierfür in erster Linie kleinere Wobbler oder Spinner, die man nachts anbieten sollte. Besonders lohnenswert ist dies, wenn sich Laternen am Ufer befinden.

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Der Schleusenauslauf ist häufig eine Stelle, die ganzjährig vielversprechend ist. Hier kann man sein Glück mit Gummifisch direkt an der Strömungskante zum Hauptstrom versuchen. Erfahrungsgemäß ist dieser Platz auch bei Hechten beliebt, weshalb man stets ein dünnes Stahlvorfach vor den Köder schalten sollte.
Ähnliche Bedingungen wie am Schleusenauslauf, findet man auch an der Einmündung von Nebengewässern vor, darum kommt dort die selbe Technik zur Anwendung, wobei zu sagen ist, dass hier meist nur in den wärmeren Monaten des Jahres mit guten Fängen zu rechnen ist.
Bei Häfen sind die Verhältnisse ähnlich wie an Schleusen. Die Hafenausfahrt stellt ganzjährig eine interessante Stelle zum Zanderangeln dar, während das Hafenbecken oft zu verschlammt ist und von den Zandern nur zum Laichen oder bei Hochwasser aufgesucht wird. Wer jedoch bei erhöhtem Pegel dort angelt, kann dafür auch mit sehr zahlreichen Fängen rechnen.
Sinkt das Wasser jedoch wieder, ist es mit dem Fangen sehr schnell vorbei. Viele Angler nehmen an, dass Schleusenkanäle und Hafenbecken im Winter gute Zanderfangerfolge versprechen, da dort zu dieser Zeit mitunter große Futterfischansammlungen auftreten, ich jedoch kann dies nicht bestätigen. Wie bereits erwähnt lohnt sich das Zanderangeln im Winter nur an den Ausfahrten dieser für die Schifffahrt vorgesehenen Bauten. Auf freier Flussstrecke lohnt die Pirsch auf Stachelritter nur an auffälligen Außenkurven oder ausgeprägten Buchten. Hier lassen sich ganzjährig gut Zander fangen, sofern der Gewässergrund kiesig beschaffen ist. Besonders am Tage sind –hauptsächlich mit Gummifisch- gute Erfolge möglich. Jedoch ziehen die Zander viel herum, so dass es vorkommen kann, dass man stundenlang ohne Biss bleibt, dann aber innerhalb weniger Minuten gleich mehrere Fänge macht, nämlich dann wenn ein Zanderschwarm zur Stelle ist. Oft sammelt sich auch Gerümpel am Gewässergrund der Außenkurven an, so dass man mit vielen Hängern rechnen muss.
An Flüssen mit Buhnenfeldern fallen die Zanderhotspots nicht so schnell ins Auge, was allerdings auch den Vorteil hat, dass sich der Angeldruck hier nicht so sehr auf bestimmte Plätze konzentriert.

[Bild: 2409060022162293.jpg]

Zwar nimmt es einige Zeit in Anspruch die fängigen Buhnen zu finden, kennt man sie aber erst einmal, so wird man dort auch regelmäßige Zandererfolge verbuchen können. Auf einer längeren Buhnenstrecke sind es vor allem die ersten und die letzten zwei bis drei Buhnen, die man länger beangeln sollte. Verfügen diese über einen kiesigen Untergrund und sind nicht zu flach, so kann man fast sicher sein, dass sich dort Zander aufhalten. Tagsüber sollte man hauptsächlich vom Buhnenkopf aus die Strömungskante zum Hauptstrom mit Gummifisch beangeln, bei trübem Wetter oder nachts, lohnt es sich jedoch auch den Buhnenkessel intensiver zu befischen, wobei neben den Gummiködern auch Wobbler einen Versuch wert sind.

Ein Augenmerk sollte man auch auf Buhnen richten, die sich von den übrigen unterscheiden, weil sie beispielsweise besonders tief oder groß sind, egal welche Position sie in der Buhnenstrecke einnehmen.

Autor: Veit (Copyright liegt vor)


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