Hallo Leute,
hier nun mein Bericht von meiner Woche Kutterangeln auf Fehmarn!
Anreisetag:
Die Anreise war anstrengend und durch die starken Unwetter hatten wir eine Stunde Verspätung, wesshalb wir unseren Anschlusszug verpasst hatten und auf den nächsten warten mussten, aber trotz allem sind wir in auf Fehmarn angekommen. Vom Bahnhof Puttgarten wurden wir (5 Angelfreunde) von einem Großraumtaxi zu unserer Unterkunft gefahren. Die Besitzerin, die uns unsere Zimmer zuweisen sollte war natürlich nicht da, sondern am Feiern. Also verschiedene Bars abgeklappert, doch ohne Erfolg. Auch am Dorffest war sie nicht aufzufinden, doch immerhin haben wir ihre Handynummer bekommen. Nach 6 Anrufen hat sie endlich abgenommen und uns unfreundlich und betrunken unsere Apartmentnummern mitgeteilt. Auf eigene Faust haben wir uns dann einquartiert und unsere Füße hochgelegt.
Nach einer kleinen Verschnaufpause wurden wir dann doch etwas unruhig und haben angefangen Vorfächer zu knüpfen und unsere Pilker für morgen bereitzulegen. Nachdem ging es dann noch in die Haifischbar (eine Kneipe direkt neben unserer Unterkunft) wo wir noch ein, zwei Bierchen getrunken haben. Noch kurz auf den Kutter „Silverland“ um unsere Ruten zu stecken (Platz reservieren) und ab ins Bett.
Tag 1:
Um 5:30 klingelte der Wecker und schon ganz aufgeregt ging es ins Badezimmer um sich für die Dorsche herzurichten. Kurzer Blick nach draußen: Herrlich! Sonne pur, Wind war ok, es kann losgehen. Mit unseren 5 Sachen auf den Kutter gehuscht und ganz nervös unsere Ruten zusammengesteckt und unsere Pilker eingeklinkt. Nachdem alles aufgebaut war ging es unter Deck wo schon ein Frühstück mit Kaffee auf uns wartete. Um 7 Uhr legte der Kutter ab. Gegen 8 Uhr waren wir dann am ersten Fanggrund angelangt und es ertönte das Startsignal. Doch wie zu erwarten war beim ersten Drift nichts zu holen (ist fast immer so, dass die Mannschaft erstmal die Nervosität und den Übereifer beseitigen wollen) Kurzum habe ich an diesem Tag neben einigen Lütten, 4 maßige und schöne Dorsche gefangen. Der Größte hatte so um die 6 Pfund. Auf der Heimfahrt wurde Filetiert, was bei stärkerem Wellengang und einem rasiermesserscharfen Filetierdolch ganz schön gefährlich war. Den restlichen Abend verbrachten wir mit Pilkertuning und dem ausarbeiten neuer Techniken ;-)
Tag 2:
Abermals klingelte um 5:30 Uhr der Wecker, nach einem kurzen Badbesuch ging es auf den Kutter, wo wir wieder ein akzeptables Frühstück vorfanden. An diesem Tag lief es bei mir nicht rund. Meine Angelkollegen haben jeder bis zu acht schöne Dorsche gefangen, doch bei mir kam nur ein Lütter an die Oberfläche, der wieder schwimmen durfte. Gegen Ende des Angeltages bog sich meine Rute zum Halbkreis! JUHUUU dachte ich endlich einen Dorsch, doch an den Schlägen war schnell klar: Das ist kein kleiner sondern ein großes Exemplar.
Meine Pumpversuche blieben nahezu erfolglos, da das Ungetüm sich ordentlich zur Wehr setzte. Meter für Meter konnte ich doch Schnur gewinnen und auf halber Strecke stieg er leider aus. Mein Frust war groß, doch er sollte noch größer werden! Als ich meinen Pilker an der Oberfläche hatte sah ich den Grund des Ausstiegs… Ein Möchtegernangler auf der anderen Kutterseite hatte unter dem Kutter hindurchgefischt und hat sich in meiner Schnur verfangen, natürlich hat er gepumpt und somit dem Großdorsch zur Flucht verholfen. Daran hatte ich die ganze Woche noch zu knabbern. Enttäuscht ging es dann wieder in den Hafen. Am Abend habe ich noch meine Drillinge geschärft und den Dorschen für den nächsten Tag den Kampf angesagt.
Tag 3:
Um 5:30 einen Blick aus dem Fenster: Wie angekündigt starker Wind. Die Kuttercrew beschloss auf die andere Inselseite zu fahren, um dem starken Seegang, der ein Angeln unmöglich gemacht hätte, auszuweichen. Leider hatte es auf dieser Inselseite auch kaum Dorsche, weshalb am ganzen Tag nur 8 Dorsche gefangen wurden. Ich hatte leider nicht einen einzigen Zupfer. Und so ging ich abermals als Schneider nach hause.
Tag 4:
Kritisch schauten wir wieder um 5:30 aus dem Fenster. Der Wind blies ordentlich. Mit dem Gedanken, dass wir wieder auf der Fischleeren Inselseite fischen müssen gingen wir total demotiviert auf den Kutter. Doch nach einer haarscharfen Entscheidung drehte der Kutter bei und fuhr an die fischreichen Fanggründe. An diesem Tag fing ich wieder Dorsche. Insgesamt fing ich wieder 4 maßige Dorsche sowie einen kleinen Wittling und einige Lütten, die wieder schwimmen durften. Auf der Heimfahrt wurde wieder filetiert. Leider hatte es so hohe Wellen, dass der Kutter mehrmals geflutet wurde. Leider durfte auch meine Digicam im Salzwasser baden, mit dem Ergebnis, dass ich ab diesem Tag keine Bilder mehr machen konnte. Doch alles halb so schlimm, ich habe wenigstens gefangen!
Tag 5:
Heute flaute der Wind weiter ab und frohen Mutes fuhren wir gegen 7 Uhr Richtung Fanggründe. Der Dieselmotor hatte allerhand voll zu tun, denn die Angler waren schon ganz heiß aufs angeln und konnten es kaum erwarten. Auch heute gab es erstmal eine „Aufwärmdrift“ wo niemand etwas gefangen hat. Doch dann steuerte er die großen Dorschschwärme an. Die Fische bissen recht gut und so konnten wir gleich zu Beginn einige gute Exemplare verhaften. Dann lief lange Zeit nichts mehr. Nach dem Mittagssnack (Suppe, Würstchen und Brötchen) ging es dann voll motiviert weiter. Die Arme schmerzten vom vielen pilken, doch dieser Schmerz war schnell vergessen, als sich meine Rute wieder bog. Der Drill war dieses Mal anders und tatsächlich: Ich fing meinen ersten Hornhecht meines Lebens. Ein schöner Schlängler hat sich meinen Pilker gepackt und nicht mehr losgelassen.
An diesem Tag fing ich insgesamt 5 schöne Dorsche, einen Hornhecht sowie einige Lütte…
Tag 6:
Der letzte Angeltag hat begonnen. Heute heißt es noch mal zuschlagen! Gesagt getan. Der Kutter steuerte gleich die großen Schwärme an und so durften wir uns über reichlich gebogene Ruten freuen. Ich fing im laufe des Tages 7 maßige Dorsche und einige Lütte, sowie einen kleinen Wittling, den ich leider mitnehmen musste, da der Drilling eine tiefe Wunde gerissen hat. Mein Mitangler Martin fing sogar noch einen Plattfisch. Insgesamt war dies der fischreichste und schönste Tag.
Abreise:
Wir packten unsere Sachen und warteten auf unser Taxi, welches uns zum Bahnhof Puttgarten bringen sollte. Doch zu dem verabredeten Zeitpunkt war kein Taxi da. Mit 15 Minuten Verspätung traf endlich das Taxi ein. Es wurde eng, denn unser Zug sollte gleich losfahren. Zu allem Übel hat der Taxifahrer auch noch einen Zaunpfahl aus Eisen beim rückwärts fahren erwischt, welcher sich im Unterboden des Taxis verkeilt hatte. Lutz konnte den Eisenstab zum Glück recht schnell beseitigen, so dass wir es mit großem Zeitdruck doch noch rechtzeitig geschafft haben. Unser Zug hatte wieder einmal Verspätung, sodass wir lange Zeit nicht wussten, ob wir den Anschlusszug in Hamburg erreichen werden. Doch es wendete sich alles zum Guten! Der Anschlusszug wartete auf uns und so konnten wir gerade noch rechtzeitig aufspringen. Doch wenn der Teufel im Detail Steckt, dann steckt er richtig. Auch dieser Zug sollte Verspätungen bekommen. Er musste eine Ausweichstrecke fahren, da durch ein Unwetter ein Baum in die Hochleitungen lag. Doch das war noch nicht alles. In Mannheim herrschte Chaos, da ein Blitz eingeschlagen hatte. Schließlich kamen wir mit 78 Minuten Verspätung zuhause an.
Feedback:
Es war trotz allen Strapazen ein super toller Urlaub. Wir hatten die ganze Woche Sonnenschein. Nicht einmal eine Schönwetterwolke war zu sehen. Das Reisen mit der Bahn ist recht teuer und vor allem ein Glücksspiel. Aber alles in allem war es ok. Die Fänge hätten besser, aber auch schlechter sein können. So konnte ich wenigstens meine ersten Erfahrungen im Bereich Hochseefischerei sammeln. Und eines habe ich mir vorgenommen: Ich komme wieder!
Mein Endergebnis: 20 maßige Dorsche und einen Hornhecht.
Die anderen Mitangler hatten auch +/- 20 Dorsche erwischen können.
Bilder werden in einem kleinen Videofilm in der nächsten Zeit nachgereicht.
Gruß Fisher
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