Bin in der Hochrheinzeitung vom 18.12.2009 auf folgenden Artikel gestoßen:
Zitat:Empfehlung zum Verzehr von PCB-belasteten Fischen aus dem Rhein und seinen Nebenflüssen
Das Amt für Umwelt und Energie und das Kantonale Laboratorium haben in enger Zusammenarbeit
mit dem Veterinär-, Jagd- und Fischereiwesen des Kantons Basel-Landschaft die Fische in Rhein,
Wiese und Birs auf Polychlorierte Biphenyle (PCB) untersucht.
Die Ergebnisse dieser Untersuchungen liegen nun vor.
Da sie nach den Empfehlungen der verantwortlichen Bundesämter kritisch sind, erlassen die drei Ämter
in gegenseitiger Absprache Empfehlungen für die Weitergabe und den Verzehr gewisser Fischarten.
Aufgrund der Empfehlungen der Bundesämter für Umwelt (BAFU) und Gesundheit (BAG) hat das Amt für Umwelt
und Energie Basel-Stadt in Absprache mit dem für die Lebensmittelsicherheit zuständigen Kantonalen Laboratorium beschlossen,
die Belastung der Fische im Rhein und seinen Nebenflüssen mit Polychlorierten Biphenyle (PCB) zu erheben.
Dazu wurden verschiedene Fischarten mit unterschiedlichem Fettgehalt (Rotauge, Barbe, Aal)
und unterschiedlicher Grösse (Alter) analysiert.
Im Rhein erfolgten die Untersuchungen zudem in enger Zusammenarbeit mit den basel-landschaftlichen Behörden.
Letztere haben im Unterlauf der Birs zusätzlich noch Bachforellen untersucht.
Die Untersuchungsergebnisse zeigen, dass die PCB-Belastungen in Fischen massgeblich vom Fettgehalt
und der Grösse eines Fisches abhängen.
So weisen insbesondere Aale und Barben mit einer Körpergrösse von über 50 cm erhöhte Schadstoffwerte auf.
Die Empfehlungen des BAFU/BAG verlangen, dass die Kantone Verzehrsempfehlungen
für bestimmte Fischarten veröffentlichen, wenn der Toleranzwert von 8 Pikogramm pro Gramm Frischgewicht überschritten wird.
Ist die Belastung mit PCB höher als 25 Pikogramm, empfehlen die Bundesstellen den zuständigen Behörden
gestützt auf kantonale Bestimmungen, Fangverbote zu erlassen.
Die Messwerte bei den untersuchten Fischen liegen in diesen Grössenordnungen.
Für ein Fang- bzw. Entnahmeverbot fehlen im Kanton Basel-Stadt allerdings die entsprechenden gesetzlichen Grundlagen,
weshalb die Fachstellen lediglich Empfehlungen für Behändigung und Verzehr abgeben.
So sollen im Kanton Basel-Stadt Aale und Barben über 50 cm aus dem Rhein, der Wiese und der Birs nicht verzehrt werden.
Bei Fischen aus dem Rhein im Bereich der Stadt Basel gilt für Barben bis 50 cm und Rotaugen
jeglicher Grösse ein Abgabeverbot an Dritte, ebenso für Barben aus der Wiese.
Gemäss den Empfehlungen des BAFU/BAG gilt für diese Fische:
Verzehr auf eigene Verantwortung.
Bachforellen aus der Birs innerhalb des Kantons Basel-Stadt können bis 50 cm auf eigene Verantwortung verzehrt werden.
Ab 50 cm empfiehlt die Fischereiaufsicht, von einem Verzehr abzusehen.
Aktive Fischer werden bei der Erneuerung ihrer Fischerkarten mit einem genauen Merkblatt über die Situation informiert.
Der Kanton Basel-Landschaft wird die Medien in einer separaten Mitteilung informieren.
Quelle: {Dieser Link ist nur für registrierte Benutzer sichtbar. }
Diese "Horrornachricht" versetzte manchem leidenschaftlichem Aalangler hier
bei uns in der Gegend einen gehörigen Schrecken!
Der Aal...eine gefährliche Giftwurst?
Hier wird von Grenzwerten, Verzehrempfehlungen, Pikogramm, Polychlorierten Biphenylen usw. geschrieben.
Zuallererst....Grenzwerte sind so ausgelegt, dass sie meistens einen Sicherheitsfaktor von dem
10-100-fachen haben, bis es überhaupt eine Wirkung gibt.
Zudem ist der PCB-Gehalt ein Summenparameter, der verschiedene Sorten von PCB zusammenfasst.
Dabei werden niedrigchlorierte Biphenyle (relativ harmlos) und hochchlorierte Biphenyle (nicht so harmlos) erfasst,
wobei die neidrigchlorierten Biphenyle weitaus häufiger sind.
Bei Grenzwertfestlegungen geht man auch davon aus, dass dieses Lebensmittel intensiv verzehrt wird.
Hand aufs Herz...wer isst jeden Tag Aal?
Ist es nicht so, dass Aale gefangen, eingefroren, geräuchert und dann zusammen mit
Freunden und Bekannten verzehrt werden?
Wie oft? Zweimal oder dreimal im Jahr?
Muss ich davor Angst haben?
Ich für mich sage eindeutig NEIN.
Schauen wir uns mal die angegebenen Mengen an.
Die Maßeinheit "Pikogramm" ist das Synonym für Billionstel Gramm!
Das ist noch 1000-mal weniger als ein Milliardstel Gramm (Nanogramm).
Bei mehr als 25 Pikogramm pro Gramm sollen Fangverbote erlassen werden.
Interessant dazu: Der Grenzwert für Butter laut Bundesamt für Risikobewertung
ist mit 50 Nanogramm pro Gramm Gesamt-PCB angegeben!
Rechnen wir mal kurz nach....das sind 2000-mal mehr als die beim Aal maximal tolerierten 25 Pikogramm!
Ich lach mich tot...ich esse mit Sicherheit mehr Butter als Aal!
Das (ehemalige) Bundesgesundheitsamt und die Deutsche Forschungsgemeinschaft haben einen
tolerierbaren Grenzwert für die tägliche Aufnahme von PCB von 1000 Nanogramm pro kg Körpergewicht festgelegt!
Rechnen wir kurz nach...1000 Nanogramm sind eine Million Pikogramm!
Ein Mensch mit 80kg Körpergewicht kann also ohne Bedenken 75 Millionen Pikogramm PCB pro Tag aufnehmen.
Wenn ich einen Aal mit 500g esse und dieser mit 25 Pilogramm pro Gramm belastet ist,
habe ich also 12500 Pikogramm Gesamt-PCB zu mir genommen.
Würde ich 80kg wiegen *hust*, hätte ich damit den sechstausendstel Teil der tolerierbaren Tagesdosis(!) zu mir genommen.
Irgendwas passt doch da nicht?
Wenn ich nun Böses denken würde, käme ich vielleicht auf die Idee, dass mit dieser Information
Angler vom Aalfang und vom Barbenfang (auch nicht mehr so häufig bei uns) abgehalten werden sollen ...
Das ist für mich nichts anderes wie gezielte Volksverunsicherung und Volksverdummung.
Ich werde weiterhin in 2010 ab und zu auf Aal fischen und diesen auch mit Genuss essen...wenn ich welche fange
Gruß
Norbert
Nur weil die Klugen immer nachgeben, regieren die Dummen die Welt.
mh...also erstmal denkt man ja : Oh je.....ob ich sowas dann noch essen will?? Wenn man sich dann aber wirklich mal die Mühe macht das ganze genauer zu betrachten und durchzurechnen (wie Du das ja sehr anschaulich getan hast) erscheinen die Werte doch tatsächlich in einem anderen Licht. Mal abgesehen davon ist es ja wie du sagst....die paar Tage im Jahr an denen ich Aal esse werden mich wohl kaum dauerhaft schädigen.....
Da mache ich mir eher um unser Fleisch sorgen das mit allem Möglichen belastet ist...von Dauerantibiotikabehandlung der Tiere über BSE und Schweinepest etc....da ist glaube ich ein selbst gefangener Fisch bei weitem gesünder.....
Interessanter Bericht!
Ich persönlich stehe solchen Grenzwerten schon sehr kritisch gegenüber. Man muss auch sehen, dass Grenzwerte, die schweizweit gelten, nicht mit denen die in Deutschland gelten oder EU-weit gelten oder gar mit denen der WHO deckungsgleich sind. Keiner weiß genau, ob ein Grenzwert nun zu hoch oder zu niedrig festgelegt ist. Ich finde, der Bericht von rstfeeling zeigt gut, dass der kritische Blick angebracht ist - genau, wie der gesunde Menschenverstand bei der Einschätzung welches Lebensmittel nun als "sicher" zu betrachten ist und welches nicht.
Gruß
Wassermann
Miteinander diskutieren ist besser, als gegeneinander.
wirklich sehr lesenswerter Bericht, der einem zum Nachdenken anregt.
Ich halte nicht viel von solcher Panikmache.
Solange die Lebensmittelindustrie noch so viel ungesunden Schrott
(Haltbarkeitspulverchen hier, Geschmacksverstärker dort) in ihre Produkte
einarbeitet und wir nahezu gezwungen sind, diesen Fraß zu konsumieren,
mache ich mir um solche Angaben wie wie PCB-Gehalt beim Aal keine Gedanken.
Woher kommt es denn, dass fast jeder Mensch auf einmal Lebensmittelalergien
hat? Sicher nicht vom Aal.
Es ist meiner Meinung nach eines der größten Verbrechen, welches unsere Pappenheiner zulassen und ich hoffe, dass sich dies bald mal ändern wird.
Gruß Fisher
Miteinander diskutieren ist besser, als gegeneinander.
Ich sehe dies ebenso, uns soll in Zeiten des drohenden Aalfangverbotes schon vorher durch solche "Volksverdummung"
der Fang von Aalen vergällt werden!
Aber durch die sehr gute Aufgliederung unseres "Chemie-Meisters" Norbert bestärkt, werde auch ich weiterhin Aale aus dem Rhein essen!
Gruß Martin
Wenn ich ne´n (Schluch-) See seh, brauch ich kein Meer mehr!
Ich denke in der Schweiz ist die Aufregung in den letzten 2 Jahren um das PCB so hochgekocht, da sich niemand dort erklären konnte wie das PCB in z.B. die Birs gekommen ist. Zwar werden auch dort alte Mülldeponien für die Ursache gehalten aber lokalisieren konnte diese Deponien noch niemand.
Um den Fischbestand zu schonen wurde der Erhöhte PCB Wert garantiert nicht ausgerufen, gibt es doch hierfür doch bessere Möglichkeiten.
nun, ich glaube auch nicht das diese Geschichte mit dem PCB dafür konstruiert wurde, aber sie kommt den Behörden doch sehr gelegen, uns ein Fangverbot zu "erleichtern".
Ich bin jetzt nicht der ausgesprochene Aalangler, und ein Fangverbot würde mich persöhnlich nicht sehr treffen, aber die Darlegungen der Fakten von Norbert provozieren solche Rückschlüsse geradezu!
Natürlich ist mir der Artenschutz des Aales genauso wichtig, zur Not eben auch durch ein (zeitlich begrenztes) Fangverbot, aber erst wenn der komerzielle Jungaalfang der Spanier und Franzosen in den Flussmündungen rigeros untersagt und auch überwacht wird.
Denn ein Fangverbot für Angler alleine würde kaum was nutzen, die Kollegen die gerne bis ausschließlich auf Aal fischen aber hart treffen!
Gruß Martin
Wenn ich ne´n (Schluch-) See seh, brauch ich kein Meer mehr!
ich werde mich von der allgemeinen Panik nicht anstecken lassen und habe weiterhin vor bei Gelegenheit auf Aal zu angeln, diesen dann in der "Räuchertonne" veredeln zu lassen und zu essen. So viele werden es auch nicht werden und erst muß ich mal einen erwischen.
Gruß Gast
Gott mit dir, du land der Bayern, deutsche Erde, Vaterland! Über deinen weiten Gauen ruhe seine Segenshand! Er behüte deine Fluren, schirme deiner Städte Bau und erhalte dir die Farben seines Himmels, weiß und blau!
05.01.2010, 16:32 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 05.01.2010 16:36 von Kami.)
Also laut neustem Bericht in Der Fisch und Teichwirt, ist das Ganze ein abgekartertes Spiel um Fische zu schonen und um deren Bestand zu sichern. Es soll sogar eine feste und längere Schonzeit für den Aal eingefürt werden
Gruß
Wolfi
... ein Kormoran rund 170 kg Fisch pro Jahr frisst?
Information
Übergabe A&A Anglerforum Sehr geehrte Forumsteilnehmer,
liebe User,
wie Ihr ja seit einigen Wochen hier sehen konntet wird von den bisherigen Forenbetreibern Fisher und Wassermann aus Zeitgründen ein neuer Verantwortlicher für unser geliebtes A&A Angelforum gesucht.
Nach langer und reiflicher Überlegung habe ich mich nun entschlossen diese Nachfolge anzutreten und das Forum zu übernehmen.
Ich mache dies auch in Absprache mit dem bestehenden Forenteam, dem ich ja nun auch schon einige Zeit als Moderator angehöre und daher auch gut mit der "Materie vertraut bin.
Das Moderatorenteam bleibt, außer mir als neuem Administrator, zukünftig in seiner bisherigen Form erhalten, und auch Fisher wird uns beratend zur Seite stehen!
Ich werde versuchen das Forum in seiner bisherigen Form weiterzuführen und den friedlichen und kameradschaftlichen Ton zu erhalten.
Natürlich bin ich dabei auf Eure Mitarbeit und Euer Engagement angewiesen und hoffe das Ihr dem Forum weiterhin treu bleibt!
Auch das Forentreffen soll wieder stattfinden, wobei ich aber noch nicht versprechen kann ob wir dies schon in diesem neuen Jahr 2012 auf die Reihe bringen werden, aber ich arbeite bereits daran!
So wünsche ich Euch ein glückliches und erfolgreiches neues Jahr und unserem Forum einen reibungslosen Übergang.
In diesem Sinne verbleibe ich mit freundlichen und kameradschaftlichen Grüßen und einem kräftigen "Petri Heil!
Euer Martin67