In diesem Artikel gibt der Autor erste Instruktionen und Einführungstipps in die Materie des Dropshotten. Mit Hilfe detailierter Bilder
gelingt es ihm, auch komplizierte Sachverhalte vereinfacht darzustellen.
Auch wenn nicht immer alles Neue auch gleich noch besser ist, als Altbewährtes: Etwas auszuprobieren
lohnt sich immer; und wenn’s nur um den Spaß am Experimentieren geht.
Diesen Monat deshalb einige Ideen zu einer, bei uns noch eher neuen Art der Fischerei auf Räuber, dem „Dropshotting“.
Bei der Drop Shot Fischerei wird mit einer einfachen, aber ausgeklügelten Montage mit Einzelhaken und Gewicht am Schnurende,
ähnlich unserer klassischen Hegenenfischerei, vertikal gefischt. Besonders Barsche, aber auch Hecht, Zander und Forelle lassen sich
auf diese Weise aus der Reserve locken.
Einer der wichtigsten Punkte an der Sache ist die Montage des Hakens. Er muss unbedingt rechtwinklig von der Schnur abstehen
und die Hakenspitze nach oben zeigen. Das geht am Besten mit einem Palomar Knoten:
Nach dem Schließen des Knotens wird dasjenige Ende der Schnur, welches nach unten zum Gewicht weist, nochmals zurück und von
oben durch das Hakenöhr geführt. Damit stellen Sie sicher,
dass der Haken schön rechtwinklig absteht.
Als Köder eignen sich fast alle sehr weichen Gummiköder - je weicher desto verführerischer das Spiel;
also Gummifische, -molche, -würmer, Spaghetti etc.. Kürzere Köder führen zu weniger Fehlbissen.
Aber auch echte Würmer, ein frischer, toter Köderfisch oder ein Fischfetzen sind ein Versuch wert. Lassen Sie Ihrer Fantasie
freien Lauf und experimentieren Sie!
Verwenden Sie keine zu langschenkligen Haken und haken Sie Gummifische etc. im Mundbereich bzw. ganz am Anfang des Köders;
so ist eine optimale Beweglichkeit garantiert. Wichtig für ein sicheres Haken der Fische ist die Hakenform; die Hakenspitze sollte
in Richtung Öhr zeigen.
Um die Sache für die Fische noch attraktiver zu machen, können Sie unmittelbar oberhalb des Hakens ein kleines Knicklicht anbringen.
Besonders wenn Sie tief fischen oder in der Dämmerung, reizen Sie damit die Neugier der großen Räuber ungemein. Auch ein Stück roter
Wollfaden auf der Schnur verleiht dem Köder zusätzliche Attraktivität.
Zur Beschwerung geeignet sind einfache Birnenbleie oder auch die „Bouncing Betty“, ein Gewicht aus Hartgummi, das von Steinen und
hartem Untergrund abprallt und deshalb besonders hängersicher sein soll. Optimal sind spezielle Drop Shot Gewichte aus Tungsten
(Wolfram) oder Blei. Die Schnur wird nicht angeknüpft, sondern einfach in einer Art Öse eingeklemmt. Einerseits verlieren Sie so bei
einem Hänger nicht die ganze Montage, andererseits kann der Abstand zum Haken sehr einfach variiert werden. Lassen Sie
unterhalb des Hakens 2-3 Meter Schnur stehen und beginnen Sie mit einer Position des Gewichtes nahe beim Köder. Nach Bedarf ist der
Abstand beliebig veränderbar, ohne dass der Haken jeweils neu angebunden werden muss.
Spezielle Drop Shot Ruten sind kurz und einteilig mit einer relativ sensiblen Spitze und einem harten Rückgrat. Gefischt wird
klassischerweise senkrecht mit dem Blei auf dem Boden aufliegend. Die Rute wird nur soweit gehoben und gesenkt, dass sich der Köder
verführerisch bewegt, ohne dass das Blei vom Boden abhebt, also je nach Abstand zwischen Gewicht und Köder nur wenige Zentimeter.
Im Freiwasser ist die Drop Shot Montage ebenfalls erfolgreich und das Ganze kann auch geworfen und schräg gefischt werden.
Werfen Sie aus und lassen Sie die Montage mit geöffnetem Schnurbügel absinken. Wenn das Gewicht am Grund angekommen
ist, nehmen Sie die lose Schnur auf. Versuchen Sie nun, dem Köder nur durch Zittern oder leichtes Bewegen der Rutenspitze Leben zu verleihen,
ohne dass sich das Gewicht wesentlich bewegt. Nehmen Sie nach einiger Zeit 1-2m Schnur auf und wiederholen Sie den Vorgang,
bis die Montage schließlich neu ausgeworfen werden muss.
Probieren geht über Studieren! Viel Spaß und „Petri Heil“!
Autor: Hebeisen Fishing (Copyright liegt vor)