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Bitterling - Fisch des Jahres 2008
23.12.2007, 01:18
Beitrag #1
Bitterling - Fisch des Jahres 2008
Der Bitterling ist vom VDSF zum Fisch des Jahres 2008 gewählt worden. Er gehört zur Familie der Karpfenfische und ist vom Aussterben bedroht.
Ein Grund für die Bedrohung dieser Fischart ist die Veränderung seines Lebensraumes. Er ist auf ein Vorkommen von Muscheln angewiesen, um sich fortpflanzen zu können. Durch Umweltverschmutzung und Gewässerveränderungen ist der Bestand an Muscheln stark zurück gegangen, was einen direkten Einfluss auf den Bestand des Bitterlings hat.

[Bild: 300px-Rhodeus_sericeus.jpg]

Bei der Fortpflanzung legt das Weibchen ihre Eier in die geöffnete Muschel, wo sie vom Männchen befruchtet werden. Die Brut wächst dann geschützt in der Muschel heran.
Ein Schaden entsteht der Muschel dabei nicht. Ganz im Gegenteil. Wenn die Muschel die Bitterlingsbrut bemerkt, heftet sie widerum ihre Larven an den Fischkörper und lässt sie durch die Fische in andere Gewässerregionen tragen.
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23.12.2007, 10:27
Beitrag #2
RE: Bitterling - Fisch des Jahres 2008
Hallo,

das ist mal wieder ein Beweis für mich, daß man die Natur immer als gesamtes System betrachten muß. Es tut sich ja einiges im Bereich der Gewässerreinigung. Gebern wir mal die Hoffnung nicht auf, daß sich der Bestand der Bitterlinge wieder langsam erholt.

Gruß Gat

Gott mit dir, du land der Bayern, deutsche Erde, Vaterland! Über deinen weiten Gauen ruhe seine Segenshand! Er behüte deine Fluren, schirme deiner Städte Bau und erhalte dir die Farben seines Himmels, weiß und blau!
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23.12.2007, 12:06
Beitrag #3
RE: Bitterling - Fisch des Jahres 2008
Hallo

Der Bitterling hat es echt verdient diesen Titel zu tragen.

Für mich eines der schönsten Fische.
Habe am Schluchsee bereits zwei Stück gefangen, und wieder ganz vorsichtig zurückgesetzt.

Wusste garnicht dass die im Schluchsee vorkommen.
Die Fortpflanzung von diesen Fischen finde ich raffiniert und genial

hoffentlich geht es mit dem Bestand wieder aufwärts

schöne Grüße AndiWink

Miteinander diskutieren ist besser, als gegeneinander.
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28.01.2008, 07:08
Beitrag #4
RE: Bitterling - Fisch des Jahres 2008
Hallo,

da für mich immer die Gesamtheit der Natur zählt und nicht nur die einzelne Spezies, will ich das ganze mal fortführen.

Wildtier des Jahres 2008:

Zum Wildtier des Jahres 2008 wählte die "Schutzgemeinschaft Deutsches Wild" den in Europa immer noch existenzgefährdeten Wisent, dessen bekannteste, freilebender Bestand mit ca. 250 Tieren im polnischen Urwald von Bialowieza registreiert wird. Ein deutsches Auswilderungsprojekt mit derzeit 25 Tieren in den Wittgensteiner Wäldern zeigt erfreuliche Fortschritte.

Wisente sind Bewohner von Mischwäldern. Im Sommer bevorzugen sie Feuchtgebiete, Sümpfe und nasse Waldwiesen, im Winter trockene Wälder. Kräuter und Gräser maxchen zwei Drittel der Nahrung aus, Blätter und Rinde, auch von Nadelbäumen, ergänzen die Nahrungsliste.
Die unterschiedlich großen Herden werden in der Regel von alten Kühen angeführt. Nur in der Brunft (Paarungszeit) im August und September gesellen sich die Stiere zu der Herde. In dieser Zeit kommt es oft zu ernsten Zweikämpfen. Die Wiesentkuh, die nicht alle Jahre trächtig wird, bringt nach 9 Monaten Tragzeit abseits der Herde das Kalb zur Welt. Mit sechs bis neun Jahren voll erwachsen, setzt die Alterung mit etwa 13 Jahren ein. Das Höchstalter wird mit 40 Jahren angegeben.

Vogel des Jahres 2008 - der Kuckuck

Gekürt vom Naturschutzbund Deutschland und dem Landesbund für Vogelschutz Bayern ist er sperberartigen Brustbänderung überwintert er als Langstreckenzieher im südlichen Afrika und kehrt wir "Wirtsvögel" im Frühjahr in seine miteleuropäische Heimat zurück. Der Ruf des Männchens ist bekannt, weniger das "Gickern" oder Fauchen des Weibchens, das seine Eier, vermutlichbis zu 25 pro Saison, in die Nester anderer Vögel legt. Dieser Brutparasitismus führt unter den getäuschten Kleinvögeln zu wahren Tragödien, denn der geschlüpfte Jungkuckuck wirft dank seiner kräftigen Gestalt und einer Mulde auf dem Rücken die Eier der Geschwister aus dem Nest. Er wächst schnell und verzehrt die Nahrungsmenge einer Viererbrut seiner Wirtsvögel.
In der Regel wird ein Gelege jener Art aufgesucht, von welchen das Kuckucksweibchen selber aufgezogen wurde. Die Strategie des Kuckucks ist raffinier. Nachdem er die zukünftigen Wirstvögel beim Nestbau beobachtete, wartet er auf die Eiablage derselben und bringt in Abwesenheit der Vögel sein Ei unter; oft entfernt er vorher ein Ei aus dem Gelege. Seltsamerweise erkennen nur wenige Wirtsvögel den Betrug. Sind sie misstrauisch, verlassen sie ihr Nest oder sie bauen ein neues darauf. Experten vermuten, dass die weltweite Klimaerwärmung dem Kzckuck zukünftig Probleme schafft, denn die ebenfalls in warmen Zonen überwinternden Wirstvögel kehren neuerdings früher in die Brutgebiete zurück, während der Kuckuck seine Termikne unverändert einhält. Das bedeutet, dass die Weibchen schon stark bebrütete Eier der Wirtsvögel vorfinden oder gar Jungvögel im Nest.
Auch bezüglich der Nahrung ist dieser schöne Vogel ein Sonderling. Er verzehrt die haarigen Raupen vieler Forst- und Gartenschädlingen. Seinen Bestand in Deutschland schätzt man auf bis zu 100 000 Paare.

Baum des Jahres 2008 - die Walnuss

Gewählt von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, kann der stattliche Baum, auf tiefgründigem, nährstoff- und kalkreichem Boden eine Höhe von bis zu 25 Metern erreichen. Er ist mit ca. 15 verschiedenen Arten weit verbreitet. Sein Areal reicht von Nordamerika über China, Japan bis nach Nordasien.
Sein verschieden braunes Holz ist zäh, fest und elastisch und in der Möbelindustrie sehr begeehrt, auch die Schäfte edler Jagdwaffen werden aus diesem Holz gefertigt. Im Forst gilt es als das wertvollste Nutzholz.
Geschätzt sind aber auch die schmackhaften Nüse, die nach der Blütezeit im Mai im September reifen und bis zu einem halben Jahr keimfähig bleiben. Der frostempfindliche Walnussbaum ist raschwüchsig und kann an günstigen Standorten 150 Jahre alt werden.

Wildblume des Jahres 2008 - Die Nickende Distel

Ausschlaggebend für die Wahl der "Wildblume des Jahres" war für die Stiftung zum Schutze gefährdeter Pflanzen die zunehmende Bedrohung dieser schönen Distel durch unterschiedliche Landschaftszerstörrung. Heimat der Nickenden Distel sind Wegränder, Schutthalden und Weiden, die einer ständigen Veränderung durch Landverbrauch unterliegen. Erdschüttungen, Bebauung und Intensivnutzung von Weideflächen zerstören ihren Lebensraum.
Der über weite Gebiete Klein- und Westasiens, des Kaukasus und Nordafrika verbreitete Korblütler wird etwa einen Meter hoch, ist im oberen Drittel seines Stängels weißlich verfilzt und bis zu den Blüten, deren äußere Blätter eingeschnürt wirken, beblättert; die stechenden Blätter sind fiederteilig. Die Nickende Distel blüht zwischen Juli und September und lockt viele Insekten an. Sie ist "Wirtspflanze" des Distelfalters, der seine Eier einzeln an den Blättern ablegt, wo die Raupen im Schutze zusammengesponnener Blätter fressen und sich verpuppen.

Lurch des Jahres 2008 - Der Laubfrosch

Der Lurch des Jahres ist der Baum und Hecken bewohnende Laubfrosch, im Volksmund Wetterfrosch, Heckenfrosch oder Laubkleber genannt, was wohl auf seine Lebensweise hindeutet. Feuchte Wiesen, Auen, Waldränder und Gärten sind bevorzugte Aufenthaltsorte, wo er vor allem in der Abenddämmerung im Geäst "singt". Oft sind mehrere Exemplkare gleichzeitig zu vernehmen. Experten sprechen vom "Konzert der Chöre".
Als Baumkletterer verfügt der Laubfrosch über Haftscheiben an den Fingern und Zehen, die ihm das Festhalten und Klettern auch an glatten, steilen Flächen ermöglichen. Überwiegend wohl ein Bewohner des Tieflandes, wird er auch in Gebirgslagen bis 2000 Metern beobachtet.
Zur Paarung von Mörz bis Juni ist sein helles "Quäk" oder "Krack" zu hören. Zum Ablaichen bevorzugen die Pärchen klare Kleingewässer. Die Laichklumpen sinken auf den Gewässergrund. Während des Laichens im Frühsommer sind sie nicht ruffreudig. Später aber, zum Beispiel nach warmen Sommerregen, sind vorallem die lauten Rufe der Männchen in den Baumkronen zu hören. Etwa Ende August oder Anfang September ist die Verwandlung der Kaulquappen abgeschlossen.
Der Laubfrosch im Glas als Wetteranzeiger ist Tierquälerei; Wetterwechsel vermag er nicht anzuzeigen! Der etwa fünf Zentimeter große, hübsche Frosch leidet wie alle Lurche unter der Landschaftszerstörung und Verschmutzungen, die seine Nahrung, Fliegen, Spinnen, kleine Käfer, Raupen und Kleinschmetterlinge belasten.

Die Orchidee des Jahres 2008 - Das Übersehene Knabenkraut

Die Arbeitskreise Heimische Orchideen kürten zur Jahresorchidee eine Pflanze, die ihre südöstliche Verbreitungsgrenze in Deutschlands Norden erreicht. Sie wächst bevorzugt auf Feuchtwiesen mit basischen Böden. Dort kann sie mitunter in großen und dichten Beständen vorkommen. Eine Gefährdung ihrer Bestände besteht in der Verbuschung ihres Lebensraumes. Regelmässige Biotoppflege in Form von Mahd und Entbuschung sind zur Arterhaltung erforderlich. Auch Entwässerungsmaßnahmen und Überdüngung der Böden bedrohen die Bestände.

Entdeckt wurde das Übersehene Knabenkraut Anfang des 20. Jahrhunderts von dem engliuschen Botaniker George Claridge Druce, der ihr den Namen gab; vielleicht wollte Druce damit andeuten, dass diese Orchidee nicht leicht zu bestimmen ist. Sie wird zwischen 20 und 70 Zentimeter hoch. Der Blüternstand kann bis zu 80 Blüten tragen. In Deutschland ertsmals 1965 sicher nachgewiesen, erscheint sie in zwei Varietäten. Bastardisierungen mit anderen Arten sind bekannt.

Pilz des Jahres 2008 - Der Bronze Röhrling

Der von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie auch Schwarzer Steinpilz, Schwarzhütiger Steinpilz und Weißer Bronze-Röhrling genannte Speisepilz ist sehr selten und erscheint zwischen Juli und September in trockenen Laubwäldern. Er wurde im Süpden aber auch in offenen Parkanlagen und auf alten Friedhöfen entdeckt. Sein größtes Verbreitungsgebiet hat der Wärme liebende Pilz im Mittelmeerraum, wo man ihn meistens in Eichen- und Edelkastanienwäldern findet. Er gehört zur Gruppe der Mykorrhizapilze, die mit bestimmten Pflanzenwurzeln eine Symbiose eingehen. Auffallend ist sein schwarzbrauner bis bronzefarbiger, fleuischiger Hut, der beim ausgewachsenen Exemplar eine Breite von bis zu 25 cm erreichen kann; der keulige Stiel ist 5 cm dick und etwa 15 cm lang. Das Fleisch dieses Röhrlings ist weiß und verfärbt sich bei Druck nicht bläulich. Feinschmecker loben den nussartigen Geschmack.
Aufgrund der Klimaerwärmung wird der Bronze-Röhrling möglicherweise seinen Siegeszug auch in Norddeutschland antreten.

Die Heilpflanze des Jahres - Der Echte Lavendel

Als Begründung für die Wahl zur Heilpflanze des Jahres wird seine nervenberuhigende Wirkung in einer Zeit der Hektik genannt.
Die beruhigende und entspannende Wirkung von Lavendelöl ist durch wissenschaftliche Untersuchungen belegt. Auch wirken seine Stoffe wundheilend, schmerzlindernd und entkrampfend.
Im Handel ist der Echte Lavendel als Tee, Tropfen, Tinktur, Öl und Küchengewürz und als Wein erhältlich.
Der Halbstrauch wird bis 60 cm hoch. Seine violetten Blüten duften angenehm. Zwar ist er ein Gewächs des Südens, wo er zum Bsp. in der Provence seine ganze Schönheit auf weiten Feldern entfaltet, aber er lässt sich problemlos im lichtdurchfluteten Garten anpflanzen. Auch auf Trockenmauern gedeiht er gut und verleiht dem Naturstein eine besondere Note. Nach der Blütezeit und nochmal im Frühjahr sollte er heruntergeschnitten werden, um einer starken Verholzung entgegenzuwirken.

Spinne des Jahres 2008 - Die Große Winkelspinne

Die bekannte Hausspinne zählt zur Familie der Trichterspinnen, die ihre kleinen Trichternetze bevorzugt in stillen Winkeln und Ecken von Zimmern, Fluren und Kellergewölben baut. Diese Gattung ist mit sieben Arten bei uns vertreten. Charakteristisch sind die auffallenden Muster ihrer Brustschilder als sicherstes Unterscheidungsmerkmal. Das Weibchen wird etwa 18 mm, das Männchen ca 14 mm lang. In der Grundfärbung sind sie braun bis dunkelbraun. Aufffallend sind die langen Beine, die ein flinkes Fortbewegen ermöglichen. Verfängt sich ein Beutetier in einem vom Trichter ausgehenden Fangfäden, springt die Spinne hervor und schlägt ihre dolchartigen Giftklauen in die Beute. Das eingespritzte Gift lähmt sofort. Der danach abgegebene Verdauungssaft löst das Körpereiweiß des Beutetieres auf, das als organischer Brei von der Spinne aufgenommen wird.

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28.01.2008, 18:13
Beitrag #5
RE: Bitterling - Fisch des Jahres 2008
Jetzt kommt langsam Fahrt ins Thema. Der Bitterling ist ja nicht das erste Mal Fisch des Jahres. Gerade Arten, die ein hoch spezialisiertes Fortpflanzungsverhalten haben und dabei auch noch von anderen Arten abhängig sind, finden sich schnell auf der Roten Liste wieder. Der Bitterling ist von den Teich- und Flussmuscheln abhängig, der Kuckuck von den anderen Wirtsvögeln, denen er das Brüten und die Brutpflege überlässt.

Ein Dankeschön an Honky, der das Themas eröffnet hat und auch an Gast, der die Liste der "Arten des Jahres" vervollständigt hat. Vielleicht kommt die eine oder andere Art ja so etwas mehr ins Blickfel der Öffentlichkeit. Das soll ja auch der Ansatz der Wahlen zur "Art des Jahres" sein.

Gruß
Wassermann

Gruß
Wassermann

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09.02.2008, 12:54
Beitrag #6
RE: Bitterling - Fisch des Jahres 2008
Hi

vllt. noch etwas Interessantes zu diesem Thema:

Der Kuckuck kommt immer mehr und mehr in Bedrängnis, da durch die milden Winter seine "Wirteltern" immer früher anfangen zu nisten. Dadurch findet der Kuckuck immer weniger geeignete Nester, wo er sein Ei/seine Eier?) "abgeben" kann.

Ich hoffe nur, dass sich der Kuckuck und auch alle anderen Tiere dem Klimawandel anpassen können.

Gruß AndiWink

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